
Neben diesen Aspekten suchen Chartanalytiker auch nach Mustern im historischen Kurs, die Aussagen über einen Trend geben könnten. Für eine positive Entwicklung spricht dabei die sogenannte W-Formation, für einen Kursverfall die M-Formation.
Bei diesen Doppel-Formationen ist es entscheidend, dass die Kursspitzen auf demselben Kursniveau liegen. Durchbricht der Kurs die Zwischenspitze des M oder W nach dem zweiten „Boden“, dann deutet sich für Chartanalytiker eine Trendwende an.
Wenn Sie es etwas komplizierter mögen, können Sie auch den „Stochastic Oscillator Technical Indicator“ errechnen. Sein Wert liegt immer zwischen 0 und 100. Ein Wert über 80 lässt darauf schließen, dass eine Aktie überkauft ist, also heiß gelaufen ist und bald fallen wird. Ein Wert ab unter 20 lässt darauf schließen, dass eine Aktie aktuell zu wenig Beachtung findet und sich steigern könnte.
Wer es weniger mathematisch haben möchte, kann das Instrument des Trendkanals nutzen. Hier legen Sie einen Stift an und verbinden die Spitzen in einer Linie und die Kurstiefen mit einer weiteren Linie. Damit erhalten Sie den Trendkanal, der Ihnen aufzeigt, in welchem Bereich der Kurs hin und her pendelt. Zeigen die Linien nach unten, zeigt auch der aktuelle Trend nach unten. Ist es eine gerade Linie, verläuft der Trend seitwärts. Durchbricht er die obere Linie, zeigt dies einen Aufwärtstrend.
Damit Ihnen die verschiedenen Methoden ein verlässliches Ergebnis liefern, sollten Sie den Kurs nicht zu detailverliebt betrachten. Ziehen Sie etwa einen Trendkanal in einem Intra-Day-Chart, der alle 5 Minuten eine neue Kerze anzeigt, ist Ihr Kanal stark anfällig auf das Handelsverhalten einiger großer Akteure.
Dies gleicht sich aus, wenn Sie mindestens die Vier-Stunden-Ansicht wählen oder am besten die Tagesansicht. So erhalten Sie ein repräsentativeres Bild über das Handelsverhalten aller Anleger bei der Aktie.
Darüber streiten sich die Experten. Wie zu Anfang erwähnt, gibt es durchaus renommierte Anleger, die nichts auf die Instrumente der Chartanalyse geben. Es handelt sich also um eine Grundsatzfrage des Tradings. Handeln Sie lieber nach der Maxime „The trend is your friend“? Dann könnte die Chartanalyse Ihnen weiterhelfen.