Gegen Widerstand

VW-Chef will Sparpaket bis zum Jahresende festzurren

24.07.2026 – 11:23 UhrLesedauer: 4 Min.

Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen: Er ringt um einen neuen Kurs. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-bilder)

VW-Chef Blume setzt auf eine Entscheidung zum Sparpaket noch 2026. Doch der Widerstand im Aufsichtsrat ist groß.

VW-Chef Oliver Blume strebt eine Verabschiedung seines neuen Sparpakets für den Konzern noch in diesem Jahr an. Sein Ziel sei es, bis Jahresende Beschlüsse im Aufsichtsrat zu treffen, sagte Blume im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. „Wir gehen davon aus, dass wir bis Jahresende dort ein großes Stück weiter sind.“

Vor zwei Wochen waren die Sparpläne erstmals im VW-Aufsichtsrat behandelt worden und bei Arbeitnehmervertretern und dem an VW beteiligten Land Niedersachsen auf Widerstand gestoßen. Vier Werke und bis zu 50.000 Stellen zusätzlich stehen auf der Kippe. Das Kontrollorgan habe sich vor zwei Wochen erstmals umfassend mit dem Thema befasst, sagte Blume. „Dort gab es sehr konstruktive, aber auch kontroverse Diskussionen. Wir haben dort noch keinen umfassenden Beschluss treffen können.“

Berichten zufolge soll das Gremium die Pläne in der Abstimmung sogar klar abgelehnt haben: Mit den Stimmen von Niedersachsen und Arbeitnehmern, die derzeit 12 der 19 Mitglieder des Gremiums stellen, sei das Paket abgelehnt worden, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“.

Ringen um Sparpaket geht im September weiter

Im September solle es aber eine weitere Sitzung dazu geben, kündigte Blume an. „Und ich bin auch fest davon überzeugt, da dieses Paket so groß ist, wird es auch noch weitere Sitzungen in diesem Jahr dazu geben“, so Blume. „Jetzt geht es erst mal um den großen Rahmen, den wir dort vereinbaren.“ Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass dies bis Jahresende gelingen werde. „Da gehe ich schon fest davon aus, dass wir das in diesem Jahr machen müssen.“

Blume sprach von der größten Transformation der Konzerngeschichte. „Es geht hier nicht um ein reines Sparpaket, es ist das umfassendste und tiefgreifendste Transformationspaket, was wir je im Volkswagen-Konzern aufgesetzt haben.“ Dabei gehe es auch um Produkte, Technologien, Wettbewerbsfähigkeit und Strukturen.

Nur rund ein Fünftel davon sei zustimmungspflichtig im Aufsichtsrat, so Blume, etwa „wenn es um Werke geht, wenn es um Personalanpassungen geht, aber auch wenn es um Strukturen im Volkswagen-Konzern geht“. Die übrigen 80 Prozent könne der Vorstand auch so umsetzen. Und damit habe er auch schon begonnen. „Wir haben gerade in diesem Risikoszenario keine Zeit zu verlieren“, so Blume. So hat der Konzern bereits angekündigt, die Zahl der Modellvarianten deutlich zu verringern.

„Wir werden das Schritt für Schritt machen“, sagte Blume. „Wir sind aber fest davon überzeugt, dass das der richtige Weg ist, und wir als Vorstand haben dort klare Vorschläge gemacht, wie der Volkswagen-Konzern in Zukunft zu entwickeln ist.“ Mit einem festen Enddatum für den Umbau rechne er aber nicht. „Dieser Transformationsplan ist kein Projekt mit einem Anfang und einem Ende. Wir gehen von einer dauerhaften Transformation aus.“

Blume: „Krise der gesamten Automobilindustrie“

Allerdings, so Blume, sei nicht nur Volkswagen in der Krise. „Es wird immer von einer VW-Krise gesprochen“, so Blume. Doch das sei nicht richtig. „In Realität geht es um eine Krise der gesamten Automobilindustrie.“ Darauf habe Europas größter Autobauer bereits reagiert.

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