CDU-Mann Hendrik Wüst soll angeblich spontanes Video inszeniert haben

Kritik an Hendrik Wüst

„Nordrhein-Westfalen braucht keinen Influencer im Amt“


18.02.2026 – 11:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen: Wegen eines Social-Media-Videos mehrt sich die Kritik an dem Politiker. (Quelle: Imago)

Hat Hendrik Wüst ein angeblich spontanes Social-Media-Video inszenieren lassen? Die SPD in Nordrhein-Westfalen spottet deshalb über den CDU-Mann.

Ein Video mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) hat in sozialen Netzwerken viel Aufmerksamkeit erzeugt – nun wird Kritik laut. Die SPD in NRW wirft dem Regierungschef vor, ein angeblich spontanes Fotoshooting bewusst inszeniert zu haben.

In dem Clip, der auf Instagram mehr als 100.000 Likes erhielt, begegnet der Straßenfotograf und Influencer „Fabiano“ Wüst scheinbar zufällig in Düsseldorf nahe der Staatskanzlei. Trotz eines Hinweises aus dem Umfeld des Politikers, man sei „gerade auf dem Weg zu einem Termin“, posiert Wüst für ein kurzes Fotoshooting. Auf Instagram kommentierte er das Treffen mit den Worten: „Lustiges Zusammentreffen. Hat Spaß gemacht.“

Doch laut einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers“ war die Begegnung abgesprochen. Aus Regierungskreisen heißt es demnach: „Der Ministerpräsident hat an jenem Tag verschiedene Social-Media-Formate unter anderem an gleicher Stelle wahrgenommen. Dass darunter auch eine Begegnung mit dem genannten Fotografen sein würde, war im Vorfeld den Beteiligten bekannt.“

Der Generalsekretär der SPD NRW, Frederick Cordes, kritisierte die Szene scharf: „Hinter dem authentisch wirkenden Treffen mit dem Straßenfotografen stand eine inszenierte PR-Choreographie“, sagte er der Zeitung. „Nordrhein-Westfalen braucht keinen Influencer im Amt, sondern einen verlässlichen Regierungschef, der sich nicht nur dann unter die Menschen mischt, wenn die Kamera läuft.“

Der Influencer selbst betonte auf Anfrage, dass der Großteil seiner Inhalte auf echten, spontanen Begegnungen basiere. Im konkreten Fall sei lediglich bekannt gewesen, dass Wüst an dem Ort vorbeikommen würde. „Der eigentliche Austausch entstand spontan aus der Situation heraus“, so „Fabiano“. Er habe Wüst als „ehrlich, spontan und bürgernah“ erlebt.

Ein Sprecher der Staatskanzlei stellte klar, dass es sich bei dem Video nicht um eine bezahlte Kooperation handelte. „Die Landesregierung kommt einer Vielzahl von Anfragen nach, die von Journalistinnen und Journalisten sowie über soziale Medien eingehen“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

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