
Eine Reaktion des Publikums bekam am Sonntagabend auch Chrupalla. Und zwar als Miosga den AfD-Chef auf ein Bild ansprach, das seine Partei im vergangenen August in den sozialen Medien geteilt hatte. Darauf zu lesen: „Merz will dich in die Ukraine schicken? Wir nicht!“ Dazu eine Abbildung fünf Jugendlicher über deren Köpfen Bundeskanzler Friedrich Merz grinsend in die Kamera schaut. Ob er das Bild gut finde, wollte die Moderatorin von Chrupalla wissen, nachdem sie klargestellt hatte, dass es gegen das Grundgesetz verstoßen würde, Wehrdienstleistende an die Front zu schicken.
Er sehe die Gefahr, dass die aktuelle Bundesregierung ihr Wort nicht halte, so Chrupalla. Mit Blick auf den Post erklärte er: Social-Media-Bilder könne man immer diskutieren. Zu Lachern im Publikum kam es, nachdem er hinzufügte: „Das ist in Teilen ansprechbar.“ Dass Miosga das Bild in ihrer Sendung zum Thema mache, zeige doch, dass man „ihren Nerv getroffen“ habe, erklärte der AfD-Mann. „Wir zeigen es, weil es geschmacklos ist“, stellte Miosga klar.
Wie steht die AfD zur US-Einwanderungsbehörde ICE? Auch diese Frage wollte Miosga am Sonntagabend klären. Die Truppe ist damit beauftragt, die rigorose Abschiebepolitik der Trump Administration umzusetzen und schockierte zuletzt immer wieder durch brutales Vorgehen. Die bayerische AfD will dennoch eine Sonderpolizei nach dem US-Vorbild, wie sie jüngst im Landtag vorschlug.
„Ich sehe das kritisch“, erklärte Chrupalla. Er sei der Meinung, es brauche keine weitere Behörde. Stattdessen müsse man die Beamten der Bundespolizei, die ihre Aufgabe sehr gut machten, stärken. Die bayerische AfD und auch AfD-Vize-Parteichef Stephan Brandner sehen das anders und wollten die Sonderpolizei, beharrte Miosga. Sie könne ja auch in die Bundespolizei integriert sein, erklärte Chrupalla. Er könne es sich also doch vorstellen, schloss Miosga daraus. Für seine Partei sei es wichtig, „illegale Migranten“ schnell abzuschieben, entgegenete der AfD-Chef. An anderer Stelle stellte er mit Blick auf ICE auch klar: Bilder wie aus den USA wolle man „sicher nicht“.