„Und das bei voller Vorauszahlung“

Bericht: Cannabisverein fliegt aus Hamburger Chilehaus

Aktualisiert am 04.06.2026 – 06:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Cannabispflanzen (Symbolbild): Noch vor dem Verkaufsstart soll Regus den Cannabisverein rausgeworfen haben. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-bilder)

Ein Hamburger Cannabisverein wollte im Chilehaus starten, doch kurz vorher wurde ihm offenbar der Zutritt verweigert. Nun gibt es an anderer Stelle einen ungewöhnlichen Preisnachlass.

Ein Hamburger Cannabisverein soll aus einem der markantesten Gebäude der Innenstadt herausgedrängt worden sein – noch ehe der Betrieb überhaupt aufgenommen wurde. Das berichtet die „Hamburger Morgenpost“.

Der Verein für Gemeinschaft Süderelbe e.V., intern VfG420 genannt, hatte demnach Räume im Chilehaus angemietet und wollte dort Mitte März mit der geregelten Cannabisabgabe an seine Mitglieder beginnen. Der Bürodienstleister Regus soll den Zutritt jedoch kurz vor dem geplanten Start verweigert haben, obwohl Verein, Vermieter und Behörden das Nutzungskonzept laut „Mopo“ gemeinsam abgestimmt hätten.

Zu diesem Zeitpunkt soll der Verein bereits in Vorkasse gegangen sein: Drei Monate Miete sowie eine Kaution seien im Voraus überwiesen worden, der Mietvertrag über drei Jahre unterschrieben. Kosten: insgesamt rund 20.000 Euro. Projektleiterin Birte Best wird von der „Mopo“ folgendermaßen zitiert: „Es ist ein beispielloser Vorgang: Man hat uns die Nutzung untersagt, bevor wir überhaupt die Chance hatten, den Betrieb aufzunehmen – und das bei voller Vorauszahlung.“

Cannabis wird für 1,60 Euro pro Gramm abgegeben

Die Rückzahlung habe mehr als zwei Wochen gedauert, Umzugskosten soll Regus nicht erstattet haben. Vereinssprecher Ju Surup Ottman wirft dem Vermieter laut „Mopo“ vor, dem Verein „vorauseilend“ einen Hausregelverstoß unterstellt zu haben – noch bevor überhaupt Cannabis ausgegeben worden sei. Regus äußerte sich laut „Mopo“ nicht zu den Vorwürfen.

Inzwischen soll der Verein gerichtlich eine Entschädigungszahlung von 10.000 Euro durchgesetzt haben – und gibt diesen Betrag in Form eines Preisnachlasses weiter. Am neuen Standort am Georgsplatz 1 nahe dem Hauptbahnhof soll Cannabis vorerst für 1,60 Euro pro Gramm abgegeben werden. Wer mindestens 12,50 Gramm abnimmt, zahlt damit 20 Euro – etwa die Hälfte des sonst üblichen Preises. Geöffnet sein soll montags, mittwochs und freitags, Einlass haben Vereinsmitglieder ab 21 Jahren.

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