
Cannabiskonsum im Alter
Studie zeigt überraschenden Effekt auf das Gehirn
09.02.2026 – 10:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Cannabis gilt seit Langem als Risiko für das Gehirn. Eine neue Studie zeigt nun bei älteren Menschen ein anderes Bild.
Wie Cannabis das Gehirn beeinflusst, hat die Forschung bislang vor allem bei Jugendlichen untersucht. Wissenschaftler der University of Colorado Anschutz (USA) richteten den Blick nun gezielt auf Menschen mittleren und höheren Alters. Sie werteten dafür Daten der britischen UK Biobank aus, einer der größten medizinischen Datenbanken weltweit.
Die Studie basiert auf Daten von 26.362 Erwachsenen im Alter von 40 bis 77 Jahren. Das Durchschnittsalter lag bei 55 Jahren. Die Forscher teilten die Teilnehmer in drei Gruppen ein:
Anschließend verglichen sie mithilfe von Tests und Scans die Gehirnstruktur und kognitive Leistung der Probanden.
Im Gegensatz zu früheren Arbeiten betrachtete das Team nicht nur das Gesamtvolumen des Gehirns. Die Forscher analysierten gezielt einzelne Hirnareale. Im Fokus standen Regionen mit einer hohen Dichte an Cannabinoid-Rezeptoren vom Typ CB1. Diese Rezeptoren dienen als Andockstellen für Wirkstoffe aus Cannabis. Besonders wichtig war dabei der Hippocampus, ein Hirnareal, das eine zentrale Rolle für das Gedächtnis spielt und im Alter sowie bei Demenz früh Veränderungen zeigt.
Die Auswertung zeigte einen klaren Zusammenhang: Ein höherer Cannabiskonsum über das Leben ging insgesamt mit größeren Volumina in mehreren Hirnregionen einher. Gleichzeitig erzielten diese Personen bessere Ergebnisse in kognitiven Tests. Am deutlichsten fielen die Effekte bei moderatem Konsum aus. Diese Gruppe schnitt beim Lernen, Erinnern und bei der Aufmerksamkeit besonders gut ab.