Wer wird neuer Sportdirektor?
Das wäre ein Coup für den BVB
23.03.2026 – 09:01 UhrLesedauer: 4 Min.
Der BVB hat seit Sonntag keinen Sportdirektor mehr. Die Nachbesetzung dieser Position ist entscheidend. Es braucht eine mutige Lösung.
Die Zeit von Sebastian Kehl beim BVB ist vorbei. 24 Jahre war er als Spieler und als Manager für die Schwarz-Gelben im Einsatz. Er hat seinen Platz in der Vereinsgeschichte sicher. Aber die hat auch einige Makel, gerade aus den letzten Jahren. Kehl schaffte es nicht, dem BVB Konstanz zu verleihen. Ob auf der Trainerposition oder in der Kaderplanung, Dortmund gab selten ein klares Bild ab.
Um das zu ändern, soll es jetzt einen neuen Impuls geben. Und den hat der Klub auch bitter nötig. Dabei sollten die Verantwortlichen auf drei Aspekte achten – und bei der Kandidatensuche auch einen Blick in die 2. Bundesliga werfen. Denn dort wartet ein echter Coup auf den BVB.
Wichtig für Borussia Dortmund wäre es, eine Person von außen dazuzuholen – ohne „BVB-DNA“. In der jüngeren Vergangenheit entschlossen sich die Entscheidungsträger zu oft für Figuren mit einer Geschichte im Verein. Auf Sportdirektor Michael Zorc folgte Ex-BVB-Spieler Sebastian Kehl, auf Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke folgte Ex-BVB-Spieler Lars Ricken. Auf Trainer Edin Terzić folgte Ex-BVB-Spieler Nuri Şahin, und Technischer Direktor wurde Ex-BVB-Scout Sven Mislintat.
Personen zu holen, die den Verein kennen, ist per se nicht schlecht. Es hat auch Vorteile. Sie werden weder von der Wucht des Klubs noch von der leidenschaftlichen Art der Menschen überrascht. Sie bieten den Fans auch ein Stück Identifikation. Sie neigen aber eben auch dazu, die Dinge nicht immer mit klarem Blick zu sehen, hängen an „ihrem“ Klub und lassen sich davon auch in ihren Handlungen beeinflussen. Die Machtkämpfe zwischen Mislintat und Kehl, Spannungen zwischen Ricken und Kehl, der nicht immer gelungene Umgang mit jungen Trainern wie Terzić und Şahin – Borussia Dortmund ist mit der Taktik „Hauptsache BVB-DNA“ zuletzt oft schlecht gefahren. Ein Impuls von außen täte gut. Die Mischung macht es.
Ein weiterer Faktor wäre, dass der BVB auf andere Art und Weise zu seiner DNA zurückkehrt. Unter Sportdirektor Michael Zorc zauberte Dortmund ein Toptalent nach dem anderen aus dem Hut. Erling Haaland, Jude Bellingham, Ousmane Dembélé, Jadon Sancho – alles Spieler, die der BVB günstig ein- und teuer verkaufte. Für Bellingham und Dembélé gab es sogar jeweils weit mehr als 100 Millionen Euro. Dortmund galt als der perfekte Klub für die besten Talente der Welt.
