BVB-Ansage an den FC Bayern – kommt sie zur richtigen Zeit?

Man sollte meinen, dass Borussia Dortmund aus den vergangenen Jahren gelernt hat. Denn immer dann, wenn solche Kampfansagen wie jetzt von Schlotterbeck kamen, ging das schief. „Wir wollen Meister werden“, „jetzt wollen wir angreifen“ – es sind immer dieselben Plattitüden, die der BVB in einer vermeintlichen Schwächephase des FC Bayern von sich gibt.

Ausgezahlt hat sich das allerdings seit 14 Jahren nicht mehr, denn 2012 wurden die Dortmunder zuletzt Deutscher Meister. Gemessen an den eigenen Ansprüchen und auch Möglichkeiten des Klubs ist das ein Armutszeugnis.

Die Aussagen von Nico Schlotterbeck sind vom Grundsatz her nicht falsch – aber der Zeitpunkt ist es zu 100 Prozent. Ja, die Bayern haben gegen Augsburg verloren und nur unentschieden gegen den HSV gespielt. Die Tabellenführung ist von elf auf sechs Punkte geschrumpft, auch das ist richtig. Aber noch sind es sechs Punkte, die der BVB erst einmal aufholen muss.

Es ist wenig wahrscheinlich, dass die Bayern ob der Kampfansage der Dortmunder anfangen zu zittern und sich größerem Druck ausgesetzt fühlen. Es ist eher ein laues Lüftchen, das sie vielleicht in München spüren, denn ein Sturm, der über sie hereinbricht.

Aus Dortmunder Sicht wäre es schlauer gewesen, erst mal noch ein wenig tief zu stapeln, vielleicht noch die kommenden zwei Spiele abzuwarten – um dann voll in den Angriffsmodus zu wechseln. Auch folgendes Szenario ist denkbar: Am Wochenende spielt Bayern gegen Hoffenheim ein Spitzenspiel. Der BVB muss in Wolfsburg ran. Gewinnen die Bayern und Dortmund verliert, steht niemand anderes als der Ruhrpott-Klub einmal mehr dumm da. Der Abstand wäre wieder auf neun Punkte angewachsen.

Daher: weniger reden, lieber BVB, stattdessen endlich liefern.

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