Bundesanwaltschaft ermittelt

Busfahrer soll Drohne mit Fußtritt gestoppt haben


Aktualisiert am 06.08.2026 – 19:32 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein Bombenentschärfer ist am Leipziger Flughafen im Einsatz: An der Drohne auf dem Airport war ein Sprengsatz befestigt. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa)

Am Flughafen Leipzig/Halle stoppte kein Abwehrsystem die Sprengstoff-Drohne, sondern ein Mann im Nachtdienst. Jetzt ermittelt die Bundesanwaltschaft.

Ein Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle hat eine mit Sprengstoff bestückte Drohne mit einem Fußtritt aus der Luft geholt. Nach Angaben des sächsischen Landeskriminalamts bemerkte er das Fluggerät in der Nacht zum Mittwoch auf der Start- und Landebahn „Südpiste“. Es befand sich demnach nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften danach die Sprengvorrichtung.

Nach dem Fund hat die für Terrorismus und Spionage zuständige Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen. Es bestehe der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, teilte die Karlsruher Behörde mit.

Bei dem Sprengsatz wiesen die Ermittler den Plastiksprengstoff Semtex nach. Bei Röntgenaufnahmen fanden die Beamten nach Informationen der „Bild“-Zeitung einen Zünder, der defekt war. Zu einer Explosion kam es nicht.

Zum Hergang gab es zuvor schon abweichende Darstellungen. Nach Informationen der „Welt“ brachte ein Busfahrer die Drohne zu Boden, der eine interne Bustour auf dem Flughafengelände leitete. Wie das geschah, ist nicht bekannt. Der „Spiegel“ schreibt unter Berufung auf „Eingeweihte“ lediglich, der Busfahrer habe die Drohne nahe der Start- und Landebahn entdeckt.

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Quelle: reuters

Opposition kritisiert die Drohnenabwehr

Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz beklagte auf der Plattform X, dass niemand dem Busfahrer danke, der die Drohne vom Himmel geholt habe. Er fragte zudem, wer für die Drohnenabwehr zuständig gewesen sei – sowohl bei den ukrainischen Flugzeugen als auch bei der Drohne in der Nähe des Flughafens.

Auch die Linke äußerte Kritik. Neue Abwehrzentren stärkten die Abwehrfähigkeit offenkundig nicht, wenn am Ende zivile Busfahrer die Drohnen meldeten, sagte Jan Köstering, Sprecher für Bevölkerungsschutz der Linken-Fraktion, t-online. Die Bundesregierung müsse Drohnenabwehr an Flughäfen flächendeckend installieren.

Auf die vom Innenministerium zugesagte Ausstattung mit Systemen zur Detektion und Abwehr von Drohnen warten die Flughäfen Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Leipzig/Halle und Köln/Bonn noch. Das erklärte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV. Nach den wiederholten Drohnenüberflügen am Flughafen München im vergangenen Herbst hatte der Bund bei der Bundespolizei ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum eingerichtet, das laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) auch im aktuellen Fall aktiv ist.

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