Busfahrer hält Dieb fest und wird entlassen

Entscheidung wirft Fragen auf

Busfahrer hilft Frau – und wird entlassen


Aktualisiert am 29.01.2026 – 15:01 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Bus in London (Symbolbild): Ein Busfahrer wurde entlassen. Über die Hintergründe gibt es unterschiedliche Ansichten. (Quelle: Jarek Kilian/imago-images-bilder)

Ein Fahrgast reißt einer Frau in einem Londoner Bus die Kette vom Hals und flüchtet. Der Busfahrer zeigt Zivilcourage. Jetzt verliert er seinen Job.

In London löst eine Entscheidung des Busunternehmens Metroline Kontroversen aus: Ein Busfahrer wurde entlassen, nachdem er einen Dieb verfolgt und geschlagen hatte. Das berichteten mehrere Medien übereinstimmend, darunter die britische BBC.

Der Vorfall hatte sich im Sommer 2024 zugetragen. Mark H. fuhr einen Bus im Nordwesten Londons, als plötzlich ein Mann in den Bus stieg und einer Frau die Kette vom Hals riss. Dann flüchtete er. H. handelte geistesgegenwärtig, stieg ebenfalls aus seinem Bus aus und verfolgte den Mann. Er konnte die Halskette dem BBC-Bericht zufolge wiedererlangen und der Frau im Bus zurückgeben.

Doch der Dieb kam zurück – und ab da unterscheiden sich die Versionen der Geschichte. Das Busunternehmen Metroline gab an, der Dieb habe sich beim Busfahrer entschuldigen wollen. H. sagte hingegen, der Mann habe ihn zur Rede stellen wollen und ihm einen Schlag versetzt.

Klar ist: Der Busfahrer übernahm erneut die Kontrolle über das Geschehen, schlug zu und fixierte den Mann rund eine halbe Stunde lang auf dem Boden, bis die Polizei eintraf. Der Dieb soll nach dem Schlag bewusstlos gewesen sein. Zunächst wurden beide Männer in Gewahrsam genommen. H. wurde später wieder freigelassen, weitere polizeiliche Maßnahmen gegen ihn erfolgten nicht. Am Tag nach dem Vorfall wurde H. jedoch vom Dienst suspendiert.

Bei einer Disziplinaranhörung wurde H. mitgeteilt, er habe das Unternehmen „durch einen tätlichen Angriff auf einen Fahrgast“ in Verruf gebracht. Der Dieb sei keinesfalls aggressiv gewesen. Die halbstündige Fixierung sei unangemessen und unverhältnismäßig gewesen. Wegen des groben Fehlverhaltens werde er fristlos entlassen.

H. legte Beschwerde gegen die Entscheidung ein und berief sich auf Notwehr. Doch auch ein Gericht im Nordwesten Londons kam zum gleichen Schluss: Die fristlose Entlassung des Busfahrers sei rechtmäßig.

H. war nach dem Vorfall von einigen Medien als „Held“ bezeichnet worden. Er war seit zwei Jahren für Metroline tätig. Das Unternehmen betreibt im Nordwesten der britischen Hauptstadt knapp 1.500 Busse im Auftrag der Londoner Verkehrsgesellschaft Transport for London.

Aktie.
Die mobile Version verlassen