
Angst vor Spionage
Nicht nur Polen: Auch Bundeswehr sperrt Autotypen aus
29.01.2026 – 14:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Verteidigungsministerium sieht in modernen Fahrzeugsensoren eine Spionage-Bedrohung. Für sensible Bereiche ziehen die Verantwortlichen bereits Konsequenzen: Bestimmte Autos müssen draußen bleiben.
Moderne Autos sind längst rollende Rechenzentren. Was für Autofahrer komfortabel ist, bereitet Sicherheitsbehörden zunehmend Sorge. Deshalb greift Polen gerade durch: Im Nachbarland wurden erste Fahr- und Parkverbote für chinesische E-Autos auf militärischem Gelände verhängt. Deutschland ist ebenfalls sensibilisiert, dass moderne Autotechnik eine Gefahr für die militärische Geheimhaltung sein kann, wie das Bundesverteidigungsministerium auf Anfrage von t-online mitteilte.
Auch dort wurden bereits praktische Konsequenzen gezogen: „Es gibt zum Beispiel Zufahrtsverbote für gewisse Fahrzeugtypen für spezielle Sicherheitsbereiche“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Für die private Nutzung existierten für Militärangehörige dagegen „zum jetzigen Zeitpunkt“ noch keine pauschalen Verbote.
Die Einschätzung der Experten im Bendlerblock ist eindeutig: „Grundsätzlich stellen aus Sicht der militärischen Sicherheit alle Sensoren eines Fahrzeugs, die für eine Ausspähung geeignet sind, eine Bedrohung dar“, so der Sprecher. Insbesondere Kamera- und Radarsysteme, Mikrofone sowie fernsteuerbare Datenübertragungssysteme stehen unter Spionageverdacht.
Welche Hersteller und Modelle in Deutschland betroffen sind, dazu will der Sprecher nichts sagen. Ein Blick nach Polen dürfte diese Frage jedoch beantworten. Dort dürfen Fahrzeuge chinesischer Hersteller militärisches Gelände nicht mehr befahren. Die Befürchtung der polnischen Behörden: Die Datenberge, die diese Autos anhäufen, könnten für Spionage, Cyberangriffe oder militärische Zwecke missbraucht werden.
Dabei ist nicht die Technik das Problem – sie ist in westlichen Fahrzeugen ähnlich verbaut. Entscheidend ist, wohin die Informationen fließen. Während europäische Hersteller strengen Datenschutzregeln unterliegen, sind chinesische Firmen gesetzlich zur Zusammenarbeit mit Pekings Sicherheitsbehörden verpflichtet. Experten befürchten, dass ein Zugriff auf Fahrprofile oder Kameradaten jederzeit möglich ist.
Zwar gibt es dort noch keinen offiziellen Beschluss, doch die Praxis sei bereits Alltag. Genau wie in Deutschland. „Die konkrete Umsetzung vor Ort regeln die für die Absicherung verantwortlichen Stellen“, teilt das Ministerium mit. Sie entscheiden im Einzelfall, welche Autos eine zu hohe Gefahr darstellen.