
Übung „Bollwerk Bärlin“
Bundeswehr trainiert Verteidigungsfall im Berliner Untergrund
19.11.2025 – 05:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Während Berlin schläft, trainiert das Wachbataillon: In einer U-Bahn-Station wird der Kampf geübt. Was hinter der Operation „Bollwerk Bärlin“ steckt.
Während die meisten Berliner schlafen, verwandelt sich die U-Bahn-Station Jungfernheide in einen Übungsplatz für den Ernstfall. In der Nacht zum Mittwoch probte das Wachbataillon der Bundeswehr dort den Kampf im Untergrund – eine Übung, die nach Ansicht des Kommandeurs dringend notwendig ist.
„Wir müssen letztlich vom scharfen Ende denken. Es geht darum, einsatzbereit zu sein für das, was im schlimmsten Fall passieren könnte“, sagte Oberstleutnant Maik Teichgräber am Rande der Gefechtsübung. Die Soldatinnen und Soldaten, die sonst bei Staatsempfängen, Zapfenstreichen oder Ehrengeleit öffentlich in Erscheinung treten, übten für ihren Auftrag zum Schutz der Bundesregierung.
Die einwöchige Kompaniegefechtsübung trägt den Namen „Bollwerk Bärlin“ und umfasst verschiedene Szenarien: das Freikämpfen von Verkehrswegen, die Evakuierung eigener Kräfte, das Festsetzen von Saboteuren und den Kampf bei eingeschränkter Sicht. In der U-Bahn-Station mussten nach dem Übungsszenario auch zahlreiche Verletzte nach einem langen Feuergefecht geborgen werden.
„Wir üben in Berlin, weil Berlin unser Einsatzraum ist. Für das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung ist festgelegt, dass wir im Spannungs- und Verteidigungsfall die Einrichtung der Bundesregierung schützen“, erklärte Teichgräber. Es ist bereits die zweite Übung dieser Art – die erste fand im vergangenen Jahr statt. Seitdem sei der Verband besser vorbereitet.
Der Kommandeur verwies auf den Auftrag der Streitkräfte: „Wir haben wie die gesamten Streitkräfte den Auftrag, einsatzbereit zu werden. Unser Minister hat es kriegsfähig genannt.“ Die aktuelle Übung bereite auf die höchste Eskalationsstufe vor. „Wir üben jetzt hier tatsächlich das scharfe Ende, den Spannungs- und Verteidigungsfall, weil das in meiner Bewertung letztlich für den Verband auch die höchste Eskalationsstufe ist.“