
Nato-Mission „Arctic Sentry“
Pistorius schickt vier Kampfjets nach Grönland
Aktualisiert am 11.02.2026 – 17:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach den Drohungen von US-Präsident Trump macht die Nato in der Arktis mobil. Die Bundeswehr macht erste Angaben zu ihrer Beteiligung an der Mission.
Deutschland beteiligt sich mit vier Kampfjets an der Mission „Arctic Sentry“. Das erklärte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch vor einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister.
Die Nato-Mission „Arctic Sentry“ – Wächter der Arktis – soll die Sicherheit im Nordatlantik rund um Grönland erhöhen. Die Bundeswehr hatte sich schon an einer Erkundungsmission beteiligt.
Die Mission folgt Forderungen von US-Präsident Donald Trump, die Arktis vor russischem und chinesischem Einfluss zu schützen. Durch neu eröffnete Seewege infolge des Klimawandels ist das geostrategische Interesse an der Arktis von Seiten der USA, Chinas und Russlands deutlich gewachsen. Zudem lagern in der Region wertvolle Rohstoffe.
Die Nato feierte das schnelle Aufstellen der Mission am Mittwoch als Erfolg. Es sei das erste Mal, dass alle Aktivitäten der Nato und ihrer Mitglieder im Arktisgebiet „unter einem Kommando zusammengeführt“ würden, sagte Nato-Generalsekretär Mark Rutte am Mittwoch in Brüssel.
Die Nato werde durch „Arctic Sentry“ in der Lage sein, „eine größere Wirkung zu erzielen“, argumentierte Rutte. Zudem könne so festgestellt werden, „wo es noch Lücken gibt, die wir schließen müssen“.
Wegen des Klimawandels in der Arktis gilt die Region rund um Grönland als neues geostrategisches Konfliktgebiet. Der Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, hat vor einer zunehmenden Bedrohung durch Russland auf See gewarnt. „Die Bedrohung ist real“, sagte Kaack der „Süddeutschen Zeitung“.
Der Nordatlantik sei ein strategisch entscheidendes Gebiet, so der deutsche Top-Militär. Gerade im Kriegsfall müsste diese Route für Versorgung und Nachschub offenbleiben. Zugleich ist sie, so Kaack, von zentraler strategischer Bedeutung: „Es ist aber auch das Aufmarschgebiet der russischen Nordflotte, die mit ihren Atom-U-Booten dort durchbrechen will, um sich dann in der Mitte des Atlantiks, also in unserem Rücken aufzustellen, um die USA und Europa zu bedrohen.“