Beschaffungspläne weitergeleitet?
Bundeswehr-Offizier wegen Geheimnisverrats suspendiert
26.03.2026 – 15:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Offizier der Bundeswehr soll geheime Rüstungspläne weitergegeben haben. Das Verteidigungsministerium hat Anzeige gegen den Fregattenkapitän erstattet.
Das Verteidigungsministerium hat einen Offizier suspendiert, gegen den der Verdacht besteht, sensible Informationen über langfristig geplante Rüstungsprojekte weitergegeben zu haben. Nach Informationen des „Spiegel“ erhärteten interne Ermittlungen den Verdacht, dass ein im Ministerium tätiger Fregattenkapitän eine als Verschlusssache eingestufte Liste mit mehr als 150 geplanten Beschaffungsvorhaben an unbefugte Dritte weitergeleitet hat.
Der mutmaßliche Geheimnisverrat wurde dem Bericht zufolge als so schwerwiegend eingestuft, dass das Ministerium bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattete und einen Beschlagnahmebeschluss erwirkte. Dadurch konnten auch das private Handy und der private Computer des Offiziers nach möglichen Beweisen durchsucht werden.
Auslöser der Ermittlungen war demnach die Veröffentlichung der Liste im Herbst 2025 durch das Nachrichtenportal „Politico“. Das interne Papier, auf das nur ein sehr kleiner Personenkreis Zugriff hatte, enthält mehr als 150 Beschaffungsprojekte, die für den Zeitraum von Herbst 2025 bis Ende 2026 geplant waren.
Die Veröffentlichung löste innerhalb der Bundesregierung erhebliche Unruhe aus, weil damit langfristige Beschaffungspläne der Bundeswehr öffentlich wurden. Wegen der Brisanz entschied sich das Ministerium schließlich dazu, auch die privaten Geräte des Offiziers durchsuchen zu lassen.
Bei deren Auswertung fanden die Ermittler laut „Spiegel“ Hinweise darauf, dass der Offizier die vertrauliche Liste an eine Rüstungslobbyistin weitergegeben haben soll. Der Soldat wurde inzwischen suspendiert, seine Sicherheitsfreigabe entzogen. Zudem droht ihm die Entlassung. Das Verteidigungsministerium wollte sich auf Anfrage nicht zu den laufenden Ermittlungen äußern.
