
Merz-Entführung angedroht
Bundesregierung reagiert scharf auf Medwedews Äußerung
05.01.2026 – 14:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Die russische Führung sinniert über eine Entführung von Kanzler Friedrich Merz. Die weist die Drohung schroff zurück.
Die Bundesregierung hat Äußerungen des früheren russischen Präsidenten Dmitri Medwedew zu einer möglichen Entführung von Kanzler Friedrich Merz strikt zurückgewiesen. „Derartige Drohungen verurteilen wir auf das Schärfste“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin.
Nach seinen Angaben sieht die Bundesregierung keinen Anlass, wegen der Äußerungen die Sicherheitsvorkehrungen für den Schutz des Kanzlers nachzubessern.
„Die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen haben sich bewährt und bieten einen anlassbezogenen und der Gefährdungslage des Bundeskanzlers angemessenen Schutz“, betonte Hille. Kanzler Merz sei „gut und sicher geschützt“. Die Beamtinnen und Beamten der Sicherungsgruppe des Bundeskriminalamts gehörten „zu den Besten der Welt“.
„Die Entführung des Neonazis Merz könnte eine hervorragende Wendung in dieser Karnevalsserie sein“, sagte der aktuelle Vizevorsitzende des nationalen Sicherheitsrats in Moskau. „Es gibt sogar Gründe, ihn in Deutschland zu verfolgen, daher wäre es kein Verlust, zumal die Bürger umsonst leiden.“
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hatte in einer ersten Reaktion süffisant erklärt: „Herr Medwedew ist immer wieder für interessante Beiträge gut.“ Man habe jetzt „eine neue Anregung für unseren beliebten Beitrag „ist russische Desinformation immer noch so verrückt“ bekommen“. Er werde dies „mit meinem Team möglicherweise aufgreifen“.
Die russische Regierung hatte zuletzt mehrfach auf Nazi-Vorwürfe zurückgegriffen. Sie versucht damit, ihren völkerrechtswidrigen Überfall auf die Ukraine zu rechtfertigen und ihn in die Nähe des Kampfes der Roten Armee gegen Nazi-Deutschland zu rücken.