Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung

Bürgermeisterkandidat meldet Schüsse auf sich


Aktualisiert am 23.03.2026 – 16:42 UhrLesedauer: 2 Min.

Fünf der sieben Ueckermünder Bürgermeisterkandidaten bei einer Veranstaltung (Archivbild): Auf einen der Männer sollen Schüsse abgegeben worden sein, auch Karsten Berndt (M.) wurde schon Ziel von Angriffen. (Quelle: IMAGO/Andy Bünning/imago)

Entgleist in einer Ostsee-Hafenstadt in Mecklenburg-Vorpommern gerade der Bürgermeisterwahlkampf? Die Polizei ermittelt wegen mutmaßlicher Schüsse. Bereits zuvor hat es eine Reihe von Angriffen gegeben.

Sieben Kandidaten wollen Bürgermeister von Ueckermünde im Landkreis Vorpommern-Greifswald werden, am 12. April sind die Einwohner der rund 9.000 Einwohner zählenden Hafenstadt zur Wahl aufgerufen. Nach mehreren Attacken auf einen der Kandidaten ermittelt die Polizei nun wegen mutmaßlicher Schüsse auf einen anderen Anwärter.

Wie die Beamten am Montag mitteilten, meldete ein Bewohner des Ortsteils Berndorf am Samstagabend zwei Knallgeräusche. Der Mann habe diese als Schüsse auf sich wahrgenommen.

Die Polizei hat Ermittlungen wegen versuchten Totschlags aufgenommen. „Ein etwaiger politischer Hintergrund sowie die genauen Umstände des Sachverhalts müssen nun ermittelt werden“, teilten die Beamten mit. Der Mann, der die Schüsse meldete, sei Bürgermeisterkandidat. Weitere Angaben wollen die Beamten aus Gründen des Schutzes der Persönlichkeitsrechte nicht machen.

Laut „Nordkurier“ ist das mutmaßliche Opfer einer von fünf parteilosen Bürgermeisterkandidaten. Der Mann wolle sich aber nicht öffentlich zu dem Vorfall äußern, berichtete die Zeitung. t-online erreichte den Kandidaten zunächst nicht.

Auf einen anderen der sieben Kandidaten hatte es in den vergangenen Wochen mehrere Angriffe gegeben: Anfang März zerstachen Unbekannte die Hinterreifen des Autos von Karsten Berndt, einem ebenfalls parteilosen Kandidaten, der in der Fraktion „Bürger für Vorpommern-Greifswald“ in der Stadtverwaltung sitzt.

Zuvor hatte es schon einen mutmaßlichen Angriff mit einem Brandsatz auf das Wohnhaus von Berndt gegeben, übrig blieben Brandspuren und Glasscherben vor dem Haus. Außerdem hatte im Januar jemand zwei Scheiben des gerade eingerichteten Bürgerbüros von Berndt zerstört.

Wie der NDR berichtete, hat die Polizei in der vergangenen Woche unter anderem den aktuellen Bürgermeister Jürgen Kliewe (parteilos), den Stadtpräsidenten Robert Kriewitz (Gemeinsam für Ueckermünde) sowie einen weiteren Stadtvertreter zu den Angriffen auf Karsten Berndt vernommen. Die drei beschuldigten Politiker wiesen demnach alle Vorwürfe zurück und forderten Akteneinsicht.

„Ich bin erschüttert“, erklärte Berndt jetzt nach den mutmaßlichen Schüssen auf seinen Konkurrenten auf Anfrage von t-online. Seine Gedanken seien bei dem Betroffenen.

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