So viel war im Kaufhof schon lange nicht mehr los – am Freitag konnten Bürger ihre Vorschläge für dessen Nutzung abgeben. Der OB dämpft die Erwartungen.

Was soll mit dem leer stehenden Kaufhof in der Königstraße geschehen? Die Ideen der Stadtpolitik liegen längst auf dem Tisch. Im Gespräch sind etwa ein Kongresszentrum, ein „Schaufenster zur Innenstadt“ für die Hochschulen, Räume für die IHK – und neuerdings eine kulinarische Markthalle. Am Freitag sind die Bürger am Zug gewesen.

Erstmals konnten sie direkt in dem leer stehenden Kaufhaus ihre Vorschläge abgeben. Begrüßt wurden die Interessierten von Oberbürgermeister Marcus König (CSU) – der zugleich die Erwartungen dämpfen musste.

Das Gebäude, das die Stadt 2024 über Umwege aus der Insolvenzmasse von Ex-Galeria-Eigentümer René Benko gekauft hatte, sei in einem „unfassbar schlechten Zustand“. Die Belüftung funktioniere ebenso wenig wie das Abwassersystem. Alleine die Ertüchtigung für Zwischennutzungen werde die Stadt 80 Millionen Euro kosten, so König.

Dennoch sei klar, dass vor Ort „etwas passieren muss, das die Innenstadt belebt“. Wenn der Kaufhof wieder genutzt werde, sei das auch für viele andere Geschäfte und die Gastronomie im Umfeld ein Impuls. Deshalb habe die Stadt das Gebäude auch gekauft. Von den Bürgern wünschte sich König am Freitag einen „Marktplatz der Ideen“.

Und die Nürnberger lieferten etliche Ideen: Es kamen so viele Menschen, dass der Sicherheitsdienst zeitweise gar nicht alle auf einmal in das Gebäude lassen konnte. An verschiedenen Infotafeln hinterließen die Menschen – sortiert nach Kategorien wie Kongresse und Tagungen, Gastronomie oder Bildungseinrichtungen – bereits innerhalb von wenigen Minuten die ersten Vorschläge.

Die reichten von einem Hotel mit kleinen Kapseln als Zimmern über eine Skaterhalle und ein Repaircafé bis zu einem Gründerzentrum und diversen Bildungseinrichtungen. Unter den Interessierten waren auch Gisela Hoffmann und Klaus Hahndel. Sie engagieren sich in der Alten Akademie Nürnberg – einem Verein für Seniorenbildung.

„Ich finde es gut, dass die Bürger einbezogen werden“, sagte Hoffmann. Ihr Verein könne sich vorstellen, Räume in dem Gebäude zu beziehen. Wichtig sei, dass dort letztlich verschiedenste Einrichtungen unterkämen. Ein bunter Mix, der verschiedene Generationen anspreche, habe zudem auch einen integrativen Aspekt.

Auch das Dach des Gebäudes kommt während des Termins immer wieder zur Sprache. Viele wünschen sich dort eine Terrasse mit Gastronomie – ebenso wie Sitzflächen und Liegestühle, die jeder nutzen darf.

Andere lobten Ideen, die schon auf dem Tisch liegen. Zuspruch erhielt etwa das Kongresszentrum, ein Vorschlag, der auf die CSU zurückgeht. Auch eine kulinarische Markthalle, die die SPD für das Erdgeschoss ins Gespräch brachte, gefiel offenbar besonders vielen der Anwesenden.

Wirtschaftsreferentin Andrea Heilmaier (CSU), die ebenfalls bei dem Termin anwesend war, wunderte das rege Interesse am Kaufhof nicht. Seitdem die Stadt das Gebäude gekauft habe, bekomme das Wirtschaftsreferat zahlreiche Zuschriften. Alleine vor dem Termin am Freitag hätten dem Referat rund 150 Menschen geschrieben, die nicht persönlich dabei sein konnten.

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