Spiele in Brisbane
Schock in Australien: Krokodil neben Olympiastrecke gesichtet
02.11.2026 – 05:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Im australischen Fitzroy River soll 2032 um Medaillen gerudert werden. Jetzt gibt es nach der Sichtung eines großen Krokodils neue Debatten. Australiens Ruder-Verband spricht von einem Schock.
Ein mehr als drei Meter langes Salzwasserkrokodil ist in Australien unweit einer geplanten Wettkampfstätte für die Olympischen Spiele 2032 gesichtet worden. Das Tier tauchte Medienberichten zufolge am Wochenende auf dem Gelände des North Rockhampton Golf Clubs auf – nur wenige Kilometer entfernt vom Fitzroy River, auf dem bei den Spielen in Brisbane die Wettbewerbe der Ruderer und Rennkanuten stattfinden sollen.
Die Sichtung löste neue Diskussionen über die Sicherheit der geplanten Olympia-Strecke aus. Ray Ebert, ein langjähriger Spitzenfunktionär des australischen Ruderverbandes Rowing Australia, sprach von einem Schock und einem Weckruf für die Verantwortlichen. „Es sind nicht die Krokodile, die man sehen kann, um die ich mir Sorgen machen würde, sondern die, die man nicht sehen kann“, sagte er dem Sender ABC.
Umweltbehörde untersucht Sichtung
Queenslands Regierungschef David Crisafulli spielte die Gefahr herunter und verteidigte die Auswahl Rockhamptons als Olympia-Standort. Die Stadt verfüge über jahrzehntelange Erfahrung und eine erstklassige Wettkampfstätte, sagte er. Die Umweltbehörde des nordöstlichen Bundesstaates untersucht die Sichtung inzwischen.
Experten sollen das Verhalten des Tieres beurteilen und entscheiden, ob es eingefangen und entfernt werden muss. Der Reptilienexperte John Lever, der eine Krokodilfarm bei Rockhampton betreibt, sprach sich laut ABC dafür aus, alle Krokodile in der Nähe der geplanten Olympia-Strecke zu entfernen.
Immer neue Diskussionen um Austragungsort
Die Wahl des Fitzroy River als Austragungsort hatte bereits zuvor für heftige Debatten gesorgt. Erst im September hatte Crisafulli erklärt, Rockhampton habe eine unabhängige technische Prüfung „mit Bravour“ bestanden.
Nun forderte Oppositionsführer Steven Miles die Veröffentlichung des zugrunde liegenden Gutachtens. Darin müsse auch erläutert werden, wie die Krokodil-Gefahr während der Spiele kontrolliert werden solle. Allein seit Mitte September gab es Medienberichten zufolge in der Region drei weitere Krokodil-Sichtungen.
Der Fitzroy River ist Lebensraum zahlreicher Salzwasserkrokodile. Zudem gibt es Bedenken wegen der starken Strömungen, häufiger Überschwemmungen und hoher Sedimentmengen im Fluss. Mehr als 500 Ruderinnen und Ruderer, darunter der australische Olympiasieger Drew Ginn, hatten sich in einem offenen Brief für einen anderen Austragungsort im Südosten Queenslands ausgesprochen.
