Ein Standort muss weiter bangen

Brauerei nach Insolvenz gerettet


09.07.2026 – 21:28 UhrLesedauer: 1 Min.

Bier der Landgang Brauerei bei einer Parteiveranstaltung der Grünen: Die Firma meldete im März Insolvenz an. (Quelle: Henning Angerer/imago)

Die Hamburger Brauerei Landgang hat frisches Geld bekommen und kann den Betrieb weiterführen. Aber wie geht es weiter am Standort in Kiel?

Die Hamburger Craftbeer-Brauerei Landgang kann nach ihrer Insolvenz im März den Betrieb weiterführen. „Der Name bleibt und die Brauerei bleibt auch“, sagte Insolvenzverwalter Kévin Paul-Hervé Tanguy dem „Hamburger Abendblatt“. Ein Teil der bisherigen Investoren habe eine neue Gesellschaft gegründet und frisches Geld zugeschossen, so der Sanierungsexperte.

Unklar ist aber weiterhin, wie es mit der Brauerei Lille in Kiel weitergeht. Landgang hatte Lille im Juli 2025 übernommen, nachdem die Kieler Brauerei Insolvenz angemeldet hatte. Nun sollen beide Standorte wieder getrennt werden. Auch für die Kieler Brauerei liefen Gespräche mit einem Investor, erklärte Tanguy. Dieser wolle den Standort aber nicht nur zum Bierbrauen nutzen. Eine Lösung für die Brauerei Lille stehe aber noch aus.

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Brauereien in Deutschland leiden unter sinkendem Bierkonsum

Landgang war 2015 unter dem Namen Hopper Bräu gegründet worden. Das Brauhaus hatte schon vor der Lille-Übernahme wirtschaftliche Probleme. Doch der Plan eines gemeinsamen und damit stärkeren Wachstums ging nicht auf. Statt der angestrebten 5.000 Hektoliter Bier produzierte Landgang voriges Jahr weniger als 3.000 Hektoliter – deutlich weniger als im Jahr zuvor. In beiden Betrieben zusammen arbeiten etwa 60 Menschen.

Die Schwierigkeiten der Brauerei stehen im Zusammenhang mit einer allgemeinen Krise auf dem deutschen Biermarkt. Der Pro-Kopf-Konsum ist seit Jahren rückläufig. Während 1990 in Deutschland noch rund 143 Liter Bier pro Person und Jahr getrunken wurden, lag der Wert zuletzt bei weniger als 90 Litern.

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