Brauch zum 30. Geburtstag: Fegen und andere Traditionen

Rituale zum Ehrentag

Lustige Bräuche zum 30. Geburtstag – Treppenfegen und andere Traditionen


Aktualisiert am 09.02.2026 – 11:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Bremener Dom: An der Treppe des Doms entstand die Tradition, die bis heute besteht. (Quelle: IMAGO / Westend61)

Mit dreißig noch unverheiratet? Dann heißt es in vielen Regionen: Treppen fegen. Alles über kuriose Geburtstagstraditionen für Singles zum Dreißigsten.

An Silvester wird Feuerwerk gezündet, zu Nikolaus kommt ein älterer Herr mit Bart und auch zum 30. Geburtstag gibt es so manche Tradition. Klassiker wie das Treppenfegen sind nicht in ganz Deutschland bekannt, sondern hauptsächlich in ländlichen Regionen. Was steckt dahinter?

Was hat das Treppenfegen mit dem Geburtstag zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel, lange Traditionen wurzeln aber oft in einem Grund. So galt es früher als gesetzt, dass ein lediges Leben mit unnötigen Arbeiten im Jenseits verknüpft sei. Das Fegen war ab den 1950er Jahren eine Art Warnung an Singles, bald unter die Haube zu kommen.

Ursprünglich kommt die Tradition aus Bremen und beschränkte sich dort auf die Domtreppe. Doch bis heute werden in den ländlichen Regionen Niedersachsens noch Männer mit dem Besen beim Fegen aller Arten von Treppen beobachtet. Oft haben Verwandte und Freunde zuvor Kronkorken und anderen Schmutz verteilt. Die Herren werden dann verdonnert, die Treppen zu fegen, bis sie erlöst werden.

Männliche Treppenfeger hatten und haben nur eine Chance auf Erlösung, wenn sie von einer „Jungfrau“ freigeküsst werden. Da die Zuschauer des Spektakels großen Spaß am Zusehen haben und gern zuvor Schmutz verteilen, erbarmt sich die Freiküsserin oft sehr spät.

Das Fegen der Domtreppe war Männern vorbehalten, um sie für das Singledasein zu necken. Da auch weibliche Singles als schlechtes Omen galten, wurde für Frauen eine ähnliche Strafe entwickelt. Wenn die Frau mit 30 noch nicht verheiratet war, musste sie Klinkenputzen, um sich an ihre „Pflicht“ als Frau zu erinnern.

Der damalige Brauch wird in einigen ländlichen Regionen noch immer umgesetzt, oft aber mit einem humorvollen Unterton.

Wenn der Mann seinen 30. Geburtstag feiert und noch nicht verheiratet ist, erhält er einen Flaschenkranz. Auf einem Holzkranz werden viele kleine Schnapsflaschen im Kreis platziert und dem Mann vor das Haus gestellt.

Für ihn soll das eine Vorwurf sein, dass er noch keine Gattin gefunden hat. In Norddeutschland und in Niedersachsen wird der Brauch bis heute aufrechterhalten, oft natürlich mit einem zwinkernden Auge.

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