
„Gezielt als Opfer ausgewählt“
Bond-Girl wurde um 19 Millionen Euro betrogen
23.01.2026 – 10:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Schauspielerin hat Strafanzeige gegen ihren verstorbenen Finanzberater Eric Freymond eingereicht. Er soll ihr Vermögen für Kunstkäufe und zweifelhafte Aktien missbraucht haben.
Schock für die ehemalige „James Bond“-Darstellerin Ursula Andress. Die 89-Jährige hat Strafanzeige gegen ihren verstorbenen Vermögensverwalter Eric Freymond gestellt. Wie der Schweizer „Blick“ berichtet, soll der Finanzberater über mehrere Jahre hinweg rund 18 Millionen Franken (etwa 19 Millionen Euro) ihres Vermögens durch fragwürdige Transaktionen verloren haben – ohne sie jemals darüber zu informieren.
„Ich stehe noch immer unter Schock. Man hat mich gezielt als Opfer ausgewählt“, erklärt sie dem Medium. Sie beschreibt, wie sie „acht Jahre lang umgarnt und umworben“ wurde, während man ihr Vertrauen „auf perfide, ja kriminelle Weise“ ausnutzte. Die emotionalen Folgen des mutmaßlichen Betrugs belasten sie schwer. „Ich bin so niedergeschlagen.“ Sie leide unter Schlaflosigkeit, Angst- und Wutausbrüchen. „Dieses Gefühl der Hilflosigkeit ist unerträglich – es bringt mich um.“
Laut dem Management der Schauspielerin wurde ihr „im Rahmen eines Betrugssystems außergewöhnlichen Ausmaßes und außergewöhnlicher Komplexität“ ein Großteil ihres Vermögens entzogen. Die Waadtländer Justizbehörden haben am 4. September 2025 eine Strafuntersuchung wegen Geldwäsche und Urkundenfälschung eröffnet.
Der Fall weist Parallelen zu einem anderen auf: Eric Freymond stand bereits zuvor unter Verdacht, das Vermögen des Hermès-Erben Nicolas Puech veruntreut zu haben. Bei einer Vernehmung in Paris im Juli 2025 gestand er einige der Vorwürfe. Zwei Wochen später beging der 67-Jährige Suizid.
Die Masche war offenbar ähnlich: Eric Freymond führte im Frühjahr 2024 ohne Ursula Andress‘ Einverständnis eine Überweisung ihres Vermögens von der Bank Lombard Odier auf ein Konto der Waadtländer Notariatsvereinigung bei der Saanenbank durch. Ein beteiligter Notar nutzte das Geld anschließend für den Kauf von Kunstwerken, die Eric Freymonds Ehefrau gehörten – mutmaßlich, um dem Vermögensverwalter Liquidität zu verschaffen.
Hinweis der Redaktion: Berichte über Suizide können wissenschaftlichen Studien zufolge Anreiz für Nachahmungen geben. Wir berichten daher nur dann über Selbsttötungen, wenn die Betroffenen besonders prominent oder die Begleitumstände außergewöhnlich sind. Falls Sie selbst viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.