Erlkönige gesichtet

BMW trotzt Trend – und plant ein Cabrio


05.08.2026 – 09:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Logo an der Felge eines BMW iX3: Auf der technischen Basis des SUVs könnte bald auch ein Cabrio kommen. (Quelle: Sven Hoppe/dpa/dpa-bilder)

Eigentlich verabschieden sich die Hersteller seit Jahren vom Cabrio. Nun deutet ausgerechnet BMW die Rückkehr einer offenen Baureihe an.

Das Cabrio gilt in der Autoindustrie als Auslaufmodell. Viele Hersteller haben offene Varianten aus Kostengründen eingestellt, Volkswagen beendet im Verlauf des kommenden Jahres mit dem T-Roc Cabrio die letzte Cabrio-Baureihe eines deutschen Volumenherstellers. Umso überraschender: BMW arbeitet offenbar an einem vollelektrischen Cabrio.

Zweitüriges Cabrio mit bis zu vier Sitzen

Darauf deuten Erlkönigfotos hin, die unter anderem die Fachmedien „Auto Motor und Sport“, „Motor1“ und „Motor-Talk“ veröffentlicht haben. Demnach entsteht auf Basis der neuen Elektroplattform „Neue Klasse“, auf der auch das SUV iX3 und der neue i3 basieren, ein i4 Cabrio. BMW selbst hat das Modell bislang nicht angekündigt.

Den Fotos der getarnten Prototypen zufolge bleibt BMW beim klassischen Konzept eines zweitürigen Cabrios mit vier Sitzplätzen im 2+2-Layout. Anders als frühere Generationen mit Klappdach soll das neue Modell ein Stoffverdeck erhalten. Diese Bauweise spart Gewicht, benötigt weniger Bauraum und lässt mehr Platz für den Kofferraum – ein Vorteil gerade bei Elektroautos, deren Batterie das Fahrzeug ohnehin schwerer macht.

Schrumpfendes Segment

Das Segment der Cabrios schrumpft seit Jahren. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts wurden im vergangenen Jahr in Deutschland weniger als 34.000 Cabrios neu zugelassen. Das entsprach einem Marktanteil von weniger als 1,5 Prozent. Vor rund 20 Jahren waren es noch etwa 130.000 Neuzulassungen.

Hoher Aufwand bei der Entwicklung

Für die Hersteller sind Cabrios aufwendig zu entwickeln. Ohne festes Dach muss die Karosserie zusätzlich versteift werden. Dadurch steigen die Entwicklungs- und Produktionskosten. Bei Elektroautos kommen weitere Herausforderungen hinzu, weil die Batterie im Fahrzeugboden und die notwendige Karosseriesteifigkeit konstruktiv aufeinander abgestimmt werden müssen.

Mit dem i4 Cabrio würde der Hersteller eine Nische besetzen, in der nur wenige Fahrzeuge angeboten werden. Zu den wenigen vollelektrischen Cabrios zählen etwa der MG Cyberster und das Maserati GranCabrio Folgore.

Technisch dürfte sich das Cabrio eng an der neuen i3-Limousine orientieren. Die Plattform der „Neuen Klasse“ setzt nach den Berichten auf eine 800-Volt-Architektur und Batteriezellen der sechsten Generation. Genannt werden Reichweiten von bis zu 900 Kilometern nach WLTP sowie Ladeleistungen von bis zu 400 Kilowatt. Ob diese Werte auch für das Cabrio gelten werden, ist bislang allerdings offen. Die Vorstellung könnte Ende 2027 erfolgen, der Marktstart wird für 2028 erwartet.

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