Neues Angebot von BMW

Das E-Auto wird zum Haus-Stromspeicher


Aktualisiert am 18.05.2026 – 09:32 UhrLesedauer: 3 Min.

Wenn das E-Auto zum Stromspeicher fürs Haus wird: Bidirektionales Laden bietet viele Möglichkeiten – hat aber hohe Hürden. (Quelle: IMAGO/Robert Poorten/imago)

Nicht nur Strom zapfen, sondern auch das Haus mit Strom versorgen: Auch BMW bringt das Thema bidirektionales Laden in den Massenmarkt. Ganz einfach ist die Technik allerdings nicht.

Tagsüber lädt die Solaranlage das Elektroauto in der Garage, abends versorgt dessen Batterie das eigene Haus mit Strom: Das soll bei BMW ab Ende 2026 Realität werden. Der Hersteller vertieft seine Zusammenarbeit mit dem Anbieter Solarwatt und präsentiert ein System, bei dem Modelle der „Neuen Klasse“ – also der neue iX3 und i3 – Teil des heimischen Energiesystems werden.

Hersteller, Energieunternehmen und Netzbetreiber sehen in Elektroautos zunehmend mobile Stromspeicher. Beim sogenannten bidirektionalen Laden kann ein Fahrzeug Strom nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder abgeben. Millionen E-Autos könnten so helfen, überschüssigen Solar- und Windstrom zwischenzuspeichern und das Stromnetz zu entlasten.

Im Video | Mit diesem Auto will BMW wieder richtig durchstarten

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Quelle: t-online

Technisch möglich ist vieles bereits heute. Neben BMW arbeiten unter anderem auch Hyundai, Kia, Ford und Volkswagen an entsprechenden Lösungen.

Bidirektionales Laden: Das Auto wird zum Energiespeicher

Hinter dem Begriff steckt zunächst ein einfaches Prinzip: Der Strom fließt in beide Richtungen. Das Elektroauto lädt also nicht nur Energie in seine Batterie, sondern kann sie später auch wieder abgeben.

Die einfachste Form heißt Vehicle-to-Load (V2L). Dabei versorgt das Auto einzelne Geräte mit Strom – etwa Werkzeuge, Campingausrüstung oder im Notfall einen Kühlschrank.

Interessanter für Hausbesitzer ist Vehicle-to-Home (V2H). Hier wird das Elektroauto Teil des heimischen Stromsystems. Überschüssiger Solarstrom aus der Photovoltaikanlage landet zunächst im Akku des Fahrzeugs und kann später im Haus genutzt werden – etwa abends oder nachts.

Noch einen Schritt weiter geht Vehicle-to-Grid (V2G). Dabei speist das Auto Strom zurück ins öffentliche Netz. Netzbetreiber hoffen, auf diese Weise Millionen Fahrzeugbatterien künftig als flexible Speicher nutzen zu können, um Schwankungen bei Wind- und Solarstrom auszugleichen.

Moderne Elektroautos speichern oft deutlich mehr Energie als klassische Heimspeicher. Während viele Hausspeicher Kapazitäten zwischen 5 und 15 Kilowattstunden bieten, kommen Elektroautos häufig auf 60 bis 80 Kilowattstunden, ein iX3 von BMW sogar auf mehr als 100 kW. Zudem macht die Kombination mit dynamischen Stromtarifen das Ganze interessant: Das Auto kann dann seinen Akku gezielt zu Zeiten laden, in denen Strom im Netz günstig ist, falls die Sonne nicht scheint.

Komplizierte Voraussetzungen

Damit Strom kontrolliert zwischen Auto, Haus und Stromnetz fließen kann, müssen mehrere Systeme miteinander kommunizieren: Fahrzeug, Wallbox, Stromzähler und Energiemanagement.

Nicht jedes Elektroauto unterstützt die Technik. Oft fehlt entweder die passende Hard- oder Software oder die Freigabe durch den Hersteller. Gleichzeitig sind bidirektionale Wallboxen bislang noch teuer und vergleichsweise selten. Häufig wird zusätzlich ein intelligentes Messsystem, also ein Smart Meter, für den Strom benötigt.

Verschiedene Hürden, große Chancen

Laden bei Sonnenschein: Wird das E-Auto als Stromspeicher verwendet, können die Stromkosten für den Haushalt gesenkt werden. (Quelle: IMAGO/Daniel Reinhardt/imago)
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