Wandel in Düsseltal
Warum der „Telekom-Klotz“ bald verschwinden könnte
16.10.2026 – 04:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit Jahren stehen die Büros der früheren Oberpostdirektion leer. Nun soll aus dem Telekom-Areal ein Quartier mit bis zu 660 Wohnungen werden – aber der Streit um die Höhe ist nicht vom Tisch.
Seit Jahren stehen die Büros der früheren Oberpostdirektion an der Sohnstraße in Düsseltal leer. Jetzt sollen auf dem Telekom-Areal bis zu 660 Wohneinheiten entstehen. Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung (APS) hat am Mittwoch über den Weg für die erste Öffentlichkeitsbeteiligung beraten.
Das Plangebiet ist nach Angaben der Stadt etwa vier Hektar groß. Die gesamte Bebauung steht leer, darunter ein Hochpunkt. Genutzt wurde das Areal früher von der Telekom. Im Norden grenzt es an das Max-Planck-Institut, im Osten, Süden und Westen überwiegt Wohnbebauung.
Autofrei dank Tiefgaragen
Geplant ist laut Vorlage eine Mischnutzung aus Wohnen, Kindertagesstätte, Nahversorger, Gastronomie, Büros und Räumen für soziale Zwecke, Pflege. Der städtebauliche Entwurf sieht drei aufgelockerte Blöcke vor. Gestaltete Wege sollen sie in Ost-West-Richtung mit der Nachbarschaft verbinden, von der Sohnstraße bis zur Eduard-Schloemann-Straße.
Das schaffe eine Verbindung zwischen östlicher und westlicher Nachbarschaft, die „bis heute fehlt“, heißt es in der Vorlage. Das gesamte Areal soll blockweise mit Tiefgaragen unterbaut werden, damit das Quartier autofrei bleiben kann. Für die Kita ist im Südosten an der Sohnstraße eine „Kiss-and-ride-Zone“ vorgesehen.
Bei den Wohnungen gilt die Quote des Düsseldorfer Baulandmodells. Mindestens die Hälfte der geplanten Wohnfläche muss öffentlich gefördert werden, die übrigen 50 Prozent entstehen frei finanziert. Die Stadt spricht von „circa 660 Wohneinheiten und Pflegeplätzen“.
Antennen bleiben auf dem Dach
Ausgelobt hatte den Wettbewerb die Telekom-Immobilientochter DT Asset Management selbst, in Abstimmung mit der Stadt. Ihr Ziel: aus dem „ungenutzten Bürostandort“ ein urbanes Quartier mit Schwerpunkt Wohnen machen. Die Antennen auf dem Hochhaus sollen auch künftig auf dem Gelände bleiben, damit die Deutsche Funkturm GmbH den Mobilfunkempfang sichern kann.
Die Geschichte des Projekts reicht einige Jahre zurück. Im Januar 2021 startete ein zweiphasiger Wettbewerb mit Öffentlichkeitsbeteiligung. Ein Jahr später prämierte das Preisgericht den Entwurf des Düsseldorfer Büros HPP und des Münsteraner Büros brandenfels landscape + environment. Ende 2022 beschloss die Politik den Entwurf als Grundlage für das Bebauungsplanverfahren.
Seitdem gab es keinen Beschluss mehr. Das Vorhaben habe sich „einige Zeit zurückgenommen“, schreibt die Stadt, weil „eigentümerseits offene Themen geklärt werden mussten“. Um welche Themen es ging, sagt sie nicht. Aus Politik und Bürgerschaft habe es in der Zeit regelmäßig Anfragen zum Stand gegeben.
Für Düsseldorf, wo bezahlbarer Wohnraum knapp ist, geht es um viel: Etwa die Hälfte der geplanten Wohnungen soll öffentlich gefördert werden. Wann sie gebaut werden, steht bisher nicht fest.
