„Ihr solltet euch schämen“
Karriereende wegen TV-Show? Biathlon-Weltmeister wütet
07.10.2026 – 07:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Biathlet Vetle Sjåstad Christiansen nimmt mit einem 50-Kilo-Rucksack an einem Abenteuer-Realityformat im Fernsehen teil. Kritiker wittern das Ende seiner Karriere – seine Antwort fällt deutlich aus.
Der dreimalige Biathlon-Weltmeister Vetle Sjåstad Christiansen hat sich öffentlich gegen Kritik an seiner Teilnahme am norwegischen Reality-Format „71° nord – Norges tøffeste kjendis“ gewehrt. Für die Produktion zog der 34-Jährige mit einem bis zu 50 Kilogramm schweren Rucksack durch die Natur – inklusive Verletzungsrisiko. Einen Rückzug aus dem aktiven Biathlonsport bedeute das jedoch nicht, stellt Christiansen klar.
Die Initiative zur Teilnahme ging dem Biathleten zufolge von ihm selbst aus. Im Gespräch mit „Verdens Gang“ beschreibt Christiansen, wie es dazu kam: „Ich habe zum Hörer gegriffen und gesagt: ‚Hey, dieses Jahr bin ich bereit'“. Gemeinsam mit seiner Biathlon-Kollegin Ingrid Landmark Tandrevold nutzte er seine Sommerpause für die Dreharbeiten im Frühjahr. Insgesamt traten zwölf Teilnehmer in der Show an, darunter mit Henrik Ingebrigtsen und Tandrevold zwei weitere aktive Spitzensportler. Ziel der Produktion ist das Erreichen des 71. Breitengrads Nord.
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Christiansen meldete sich selbst für die Show an
Die körperlichen Anstrengungen der Dreharbeiten beschreibt Christiansen im Gespräch mit „Verdens Gang“ offen: „Natürlich besteht da ein Risiko, zumindest was Überlastung und Verletzungen angeht. Der Rucksack wiegt schließlich bis zu 50 Kilo.“ Wegen der intensiven Belastung ließ der Biathlet die norwegische Meisterschaft aus. Seinen Trainingsaufbau startete er langsamer als gewöhnlich.
Christiansen bewertet seine Entscheidung trotz der Strapazen positiv. Er sieht die Teilnahme als Chance für seinen eigenen Markenaufbau: „Die Möglichkeit, eine relativ kurze Nebensaison dafür zu nutzen, wenn es über einen langen Zeitraum im Fernsehen übertragen wird. Das kann für den eigenen Markenaufbau sehr positiv sein.“
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Besonders deutlich positioniert sich Christiansen gegen die Vermutung, seine TV-Teilnahme könnte das nahende Ende seiner aktiven Karriere einleiten: „Nein, diese Leute sollten sich schämen. Wenn ich nicht besser bin als je zuvor, dann bin ich zumindest ganz oben mit dabei. Ich bin bereit, alles zu geben, solange ich gut genug bin.“
Rückendeckung erhält der Weltmeister von seinem Biathlon-Kollegen Johannes Dale-Skjevdal. Der 29-Jährige ordnet die Show im Gespräch mit „VG“ als „eine populäre Sendung, die viele Menschen erreicht“ ein. Dale-Skjevdal sieht in der TV-Präsenz sogar einen möglichen Vorteil für den gesamten Biathlonsport: „Wenn er sich dort einen Namen macht, würde ich denken, dass das wiederum unserem Sport helfen wird. Auch wenn sie bereits bekannte Sportler sind, können sie so diejenigen erreichen, die sich sonst nicht so sehr für Sport interessieren.“
