Biathlon-Stars weinen bei Weltcup in Oberhof um verstorbenen Bakken

„Er sollte hier sein und ist es nicht“

Biathlon-Stars weinen um Bakken


07.01.2026 – 16:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Tommaso Giacomel sprach am Mittwoch in Oberhof unter Tränen über den Tod seines guten Freundes Sivert Guttorm Bakken. (Quelle: Sascha Fromm/imago)

Der plötzliche Tod von Sivert Bakken erschüttert viele Wegbleiter im Biathlonsport. Zwei von ihnen ließen vor dem ersten Rennen ohne ihn ihren Emotionen freien Lauf.

Tommaso Giacomel kämpfte in Oberhof mit den Tränen. Der italienische Biathlon-Star sprach in Thüringen über den Verlust seines langjährigen Freundes Sivert Bakken – und wie schwer ihn die Erinnerungen an den Norweger belasten.

„Es geht auf und ab. Ich habe viele negative Gedanken, vor allem abends, wenn ich ins Bett gehe und die Augen zumache“, sagte der 25-Jährige. „Aber ich habe Glück, dass ich zu Hause meine Freundin und meine Familie habe. Sie sind eine große Hilfe, ohne sie wäre es noch viel härter.“

Das erste Aufeinandertreffen mit den Norwegern am Montag in der Umkleidekabine in Oberhof hatte Giacomel stark mitgenommen. „Ich habe sofort angefangen zu weinen. Er sollte hier sein und ist es nicht“, sagte er. Beim Training am Dienstag sei seine Konzentration kaum vorhanden gewesen.

Trotz der Trauer will der Italiener zu den Wettkämpfen antreten. „Ich werde mein Bestes geben, um ihn stolz zu machen. Und das ist das, was Sivert gewollt hätte. Ich wäre nicht hier, wenn ich nicht bereit wäre zum Start“, so Giacomel. Einen möglichen Olympiasieg bei den Winterspielen in Antholz würde er Bakken widmen, der selbst Chancen auf eine Nominierung gehabt hatte.

Psychologische Hilfe hat sich Giacomel bislang nicht geholt. Stattdessen stütze er sich auf seine Freundin, die im vergangenen Jahr ebenfalls einen engen Menschen verloren habe. „2025 war schwer für uns als Paar. Wir stärken uns gegenseitig“, sagte er sichtlich bewegt.

Ähnlich betroffen wie Giacomel zeigte sich auch Bakkens Landsfrau Ingrid Landmark Tandrevold, die ebenfalls in Oberhof an den Start geht: „Das war natürlich etwas, von dem man nie glaubt, dass man es erleben wird, in jeder Hinsicht herzzerreißend. Zunächst einmal ist man traurig, aber dann wird einem auch klar, wie viele Menschen davon betroffen sein werden, die Familie von Sivert, an die ich sehr oft gedacht habe“, sagte die Top-Athletin mit tränenerstickter Stimme zum „Norwegischen Rundfunk“ (NRK).

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