Autos, die es gar nicht gibt
Gefährliche Betrug im Autohandel: So funktioniert die Masche
Aktualisiert am 05.03.2026 – 13:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Täuschend echte Angebote, große Namen, kleine Preise – und am Ende: kein Auto. Eine fiese Betrugsmasche trifft Autohändler und Käufer gleichermaßen.
Sie tragen das Logo von Porsche, Mercedes oder Audi. Sie bieten junge Gebrauchtwagen zu Preisen an, die fast zu gut klingen, um wahr zu sein. Und genau das sind sie: nicht wahr. Wie Kriminelle derzeit mit gefälschten Angeboten viele Autokäufer betrügen.
Kriminelle verschicken massenhaft gefälschte Angebotskataloge. Mal geben sie sich als Autovermieter aus, mal als Fuhrparkdienst der Bundeswehr. Aber immer sehen die Unterlagen täuschend echt aus. Und sollen vor allem eines: zu einem schnellen Kauf verführen.
Besonders im Visier sind Autohändler, aber auch Privatkäufer. Wer darauf hereinfällt und per Vorkasse zahlt, sieht weder Auto noch Geld wieder.
Die Methode ist nicht neu, aber die Mittel sind es. Statt mit dubiosen Kleinanzeigen arbeiten die Täter heute mit Künstlicher Intelligenz und professionellen Layouts. Sie kopieren das Firmendesign großer Marken, erstellen glaubwürdige Kataloge, verschicken personalisierte Mails. Sogar Namen echter Mitarbeiter tauchen auf.
Dem Bundeskriminalamt ist die Masche bekannt. In der Kriminalstatistik wurden binnen eines Jahres 185 Fälle des „Erschleichens von Kraftfahrzeugen“ erfasst – allerdings ohne Unterscheidung zwischen Neu- und Gebrauchtwagen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.
Porsche warnte bereits 2025 vor den betrügerischen Katalogen, Mercedes folgte. Beide Marken haben Anzeige erstattet und kooperieren mit der Polizei. Doch die Täter machten weiter. Dann warnten auch Audi und VW.
Ein Polizeisprecher: „Mit Künstlicher Intelligenz kann jeder schnell und problemlos Angebotskataloge erstellen.“ Und genau das geschieht. Besonders perfide: Viele Schreiben enthalten die Kontaktdaten von Mitarbeitern großer Autovermieter, die mit der Sache nichts zu tun haben.
Die hohen Preise auf dem Automarkt spielen den Tätern in die Hände. Wer ohnehin auf ein Schnäppchen hofft, schlägt schneller zu. Selbst Autohändler fielen bereits auf die Masche herein. Sie überwiesen hohe Summen, bekamen aber nie ein Fahrzeug.
Die Polizei rät zur Vorsicht: keine Vorkasse, keine Kaufentscheidung per E-Mail, keine vertraulichen Daten an unbekannte Absender. Wer ein Angebot erhält, sollte es direkt beim Hersteller oder Händler überprüfen.
