
Drastisches Urteil
US-Bestatter ließ fast 200 Leichen verrotten
Aktualisiert am 07.02.2026 – 16:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein US-Bestatter muss für 40 Jahre ins Gefängnis. In fast 200 Fällen hat er Angehörige systematisch hinters Licht geführt.
Ein Bestattungsunternehmer, John H. aus Colorado, ist am Freitag zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Bereits im November 2023 waren in seinem Unternehmen 189 verwesende Leichname entdeckt worden, die nicht eingeäschert worden waren. Über Jahre hatte H. den Angehörigen statt Kremierungsasche Urnen mit Betonstaub übergeben.
Der leitende Richter begründete das Urteil mit dem „außergewöhnlichen Schaden“, der durch H. entstanden sei. Normalerweise sind ähnlich hohe Strafen Gewaltverbrechen vorbehalten.
Zuvor hatten mehrere Hinterbliebene von Albträumen, Angstzuständen und psychischen Problemen berichtet, mit denen sie seit den Enthüllungen zu kämpfen hätten. Wie die „New York Times“ berichtet, kam es während der Verhandlung mehrmals zu Tumulten, weil Angehörige H. beleidigten.
Der 49-jährige H. zeigte sich nach der Urteilsverkündung betroffen. Er erklärte: „Ich verdiene jedes Wort, das Sie gesagt haben, und jeden Tag, den ich im Gefängnis sitzen werde.“ Er entschuldigte sich bei den Familien, der Gemeinschaft, Anwälten, Rettungskräften und dem Gericht. „Die Reue wird mich den Rest meines Lebens begleiten.“
Die Ermittlungen hatten 2023 begonnen, weil Nachbarn über einen üblen Geruch aus der Einrichtung geklagt hatten. Bei der Durchsuchung fanden Beamte neben den 189 falsch gelagerten Leichen auch zwei nicht ordnungsgemäß bestattete Körper.
Kurz darauf wurden H. und seine Frau wegen Leichenschändung, Diebstahl, Geldwäsche und Urkundenfälschung festgenommen. Die Anklageschrift umfasste mehr als 200 Einzelvorwürfe zwischen August und Oktober 2023.
Das Bestattungsunternehmen warb auf seiner Website mit einer umweltfreundlichen Alternative zu herkömmlichen Beerdigungen. Colorado hatte 2021 als zweiter US-Bundesstaat nach Washington die Kompostierung menschlicher Leichen legalisiert.
Hallford verbüßt bereits eine 20-jährige Haftstrafe wegen Betrugs auf Bundesebene. Die neue Strafe soll parallel dazu laufen. Seine Frau hatte sich ebenfalls schuldig bekannt und erwartet ihre Verurteilung am 24. April. Ihr drohen zwischen 25 und 35 Jahre Haft.
Nach der Entdeckung der Leichen musste die US-Umweltschutzbehörde EPA das Gebäude abreißen lassen, da gefährliche Konzentrationen menschlicher Überreste und Chemikalien festgestellt wurden.