
Private Absicherung
Berufsunfähigkeitsversicherung: Darum ist sie so teuer
Aktualisiert am 19.11.2025 – 07:42 UhrLesedauer: 5 Min.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist teuer, aber wichtig. Im Ernstfall kann sie das Einkommen bis zum Renteneintritt ersetzen. Auf diese Faktoren kommt es an.
Für diejenigen, die weder vermögend geboren wurden noch eine bedeutende Erbschaft erwarten, ist das Erwerbseinkommen für den Lebensunterhalt existenziell. Miete, Strom, Auto und die Kinder – all das bedeutet auch hohe Ausgaben, die wegen der Inflation künftig noch steigen werden.
Fällt Einkommen durch längere Krankheit oder gar Berufsunfähigkeit weg, übernimmt die Krankenkasse zwar in den ersten anderthalb Jahren Ihr Gehalt – aber auch nur anteilig. Bessert sich der Gesundheitszustand nicht, besteht die Gefahr, unverschuldet in die Armut abzurutschen.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung könnte die Folgen eines langfristigen Verdienstausfalls abmildern oder gar verhindern. Kai Fürderer von der Gesellschaft für Qualitätsprüfung erklärt, was eine BU-Rente kostet und worauf Sie beim Abschluss achten sollten.
Kai Fürderer leitet gemeinsam mit seiner Frau Iris die Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH mit Sitz in Herrsching am Ammersee. Die Gesellschaft für Qualitätsprüfung ist eine Gesellschaft, die sich ausschließlich mit der fundierten Qualitätsprüfung auf Basis von anerkannten Qualitätsstandards und Normen beschäftigt.
„Niemand wünscht es sich, aber wenn der Fall der Berufsunfähigkeit eintritt, kann eine Erwerbsminderungsrente den Lohnausfall nicht kompensieren“, sagt Kai Fürderer. Eine Erwerbsminderungsrente erhalten Sie erst nach 78 Wochen, nachdem die Krankenkasse kein Krankengeld mehr zahlt. Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente haben Beschäftigte, wenn sie wegen Krankheit oder Behinderung weniger als drei Stunden täglich arbeiten können.
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Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung erhalten Sie, wenn Sie mindestens drei, aber nicht mehr als sechs Stunden täglich arbeiten können, und zwar nicht nur in ihrer zuletzt ausgeführten, sondern in allen Tätigkeiten. Erwerbsminderungsrente aufstocken? Das sind die Hinzuverdienstgrenzen. Mit einer BU-Versicherung umgehen Sie die engen Grenzen der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente – aber die Kosten sind hoch.
Eine BU-Versicherung ist eine der teuersten privaten Versicherungen überhaupt. Sie soll aber auch den Lebensunterhalt bis zum regulären Rentenalter sichern. Denn im schlimmsten Fall können die Kosten für laufende Kreditverträge, beispielsweise für eine Immobilienfinanzierung oder die Raten für ein Auto, nicht mehr geleistet werden.
Bricht das Erwerbseinkommen weg, geraten Sie schnell in die Schuldenfalle. „Unter diesem Gesichtspunkt ist die BU-Versicherung und die damit verbundenen Kosten ganz anders zu sehen, wenn sie die Sicherung des Lebensunterhalts bis zum Eintritt in den Ruhestand sein soll“, sagt Fürderer.
Neben der Haftpflichtversicherung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung die zweitwichtigste Versicherung. Gerade junge Menschen, die noch vor dem Berufseinstieg stehen, sollten eine solche Versicherung abschließen. Denn: „Die Kosten mit 60 bis 70 Euro pro Monat erscheinen für Schüler oder Studenten zwar hoch, aber im Vergleich für das, was sie später dafür bekommen, ist der Betrag angemessen.“ Erfahren Sie hier, wie sinnvoll eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist.
Wer mit Ende 20 oder Mitte 30 eine BU-Versicherung abschließt, zahlt bereits 100 Euro monatlich oder mehr. Bei einer vereinbarten Beitragsdynamik erhöhen sich die jährlichen Beiträge stärker als bei jemandem, der mit 60 Euro startet. „Wer eine BU-Versicherung später abschließt, spart vielleicht acht bis zehn Beitragsjahre, aber für eine gleich hohe BU-Rente ist die monatliche Belastung viel höher“, so Fürderer.