Berliner Senatspolitik

Staatssekretär zieht Rücktrittsgesuch zurück

29.05.2026 – 23:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Matthias Hundt (l) mit Bürgermeister Kai Wegner: Er spricht von einer Kampagne gegen seine Person. (Quelle: Stadt Berlin)

Erst kündigte er seinen Abgang an, nun macht Berlins Digitalisierungsstaatssekretär Matthias Hundt eine Kehrtwende. Sein Anwalt nennt zwei Gründe.

Matthias Hundt hat seine Bitte um Entlassung als Berliner Staatssekretär für Digitalisierung zurückgezogen. Das teilte sein Medienanwalt Ralf Höcker mit, wie der „Tagesspiegel“ berichtet. Erst am Dienstag hatte Hundt erklärt, er wolle den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner um seine Entbindung von den Aufgaben bitten.

Anwalt Höcker begründete die Kehrtwende mit zwei Punkten. Zum einen habe sich Hundt über ein Gerücht geärgert, das seiner Einschätzung nach gezielt gestreut worden sei: „Mein Mandant bittet aus zwei Gründen nicht mehr um seine Entlassung: Zum einen hat er sich sehr über das offensichtlich gezielt gestreute Gerücht geärgert, er sei mit seinem angekündigten Rücktrittsangebot lediglich seiner Entlassung zuvorgekommen. Der Mandant hatte die Erwartung, dass die mediale Kampagne gegen ihn mit seinem Rücktrittsangebot ein Ende haben würde. Diese Hoffnung wurde leider enttäuscht.“

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Anwalt: Vorwürfe sind haltlos

Vor allem aber seien die gegen Hundt erhobenen Vorwürfe haltlos, so der Anwalt weiter: „Für die SDC Sachsen Digital Consulting GmbH findet nun eine Betriebsprüfung der Deutschen Rentenversicherung Bund statt, um zu klären, ob überhaupt offene Beitragsforderungen bestehen. Für die Insolvenz der Humboldt Capture Germany GmbH trägt der Mandant keine Verantwortung. Er war dort nie Gesellschafter, sondern nur Fremdgeschäftsführer und das auch nur bis Herbst 2024.“

Hintergrund der Vorwürfe sind Recherchen von MDR und RBB, wonach die Staatsanwaltschaft Dresden im Zusammenhang mit der Insolvenz einer Firma Hundts ermittelt. Laut Staatsanwaltschaft Dresden wurde am 25. November 2025 ein Insolvenzverfahren über das Vermögen seiner Beratungsfirma SDC Sachsen Digital Consulting GmbH eröffnet.

Hundt, Jahrgang 1969 und gebürtiger Dresdner, war Mitte März als Chief Digital Officer und Staatssekretär für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung in die Berliner Senatskanzlei gewechselt. Er trat die Nachfolge von Martina Klement an, die als Wirtschaftsministerin in die Brandenburger Landesregierung wechselte. Wegen der Personalie Hundt hatte Wegner Kritik von SPD und Grünen auf sich gezogen.

Die Berliner Senatskanzlei äußerte sich zunächst nicht zu Hundts Sinneswandel. Bereits am Mittwoch hatte sie mitgeteilt, Florian Hauer werde Hundts Aufgaben zusätzlich zu seinen bisherigen Tätigkeiten als Bevollmächtigter des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten übernehmen.

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