Hauptstadt aus dem Rennen
Berlin zieht Olympia-Kandidatur zurück
Aktualisiert am 23.09.2026 – 16:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Berliner Senat will seine Olympia-Bewerbung noch vor der DOSB-Abstimmung am Samstag aufgeben. Damit bleiben nur noch München und „KölnRheinRuhr“ im Rennen.
Berlin zieht seine Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele zurück. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur, zuerst hatte der rbb darüber informiert. Der Berliner Senat wollte sich mit dem Konzept „Berlin+“ gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern um die Ausrichtung der Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben.
Dem Rückzug ging eine Sitzung mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) und Berlins Olympia-Beauftragtem Kaweh Niroomand voraus. Für Donnerstag lud der Senat zu einer Pressekonferenz um 10 Uhr ein, ohne zunächst Stellung zu nehmen. Auch „Bild“ und „Tagesspiegel“ hatten über den geplanten Rückzug berichtet.
Vor der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Samstag galt Berlin ohnehin nur noch als Außenseiter. Die DOSB-Prüfer hatten der Hauptstadt am Dienstag 74,6 von 100 Punkten gegeben, was der Note „gut“ entspricht. München erhielt 87 Punkte, Köln-Rhein-Ruhr 85 Punkte. Beide Städte wurden mit „sehr gut“ bewertet.
Hauptstadt verzichtete auf Bürgerentscheid
Hinzu kamen politische Rückschläge nach der Abgeordnetenhauswahl. Der schwarz-rote Senat, der die Bewerbung vorangetrieben hatte, wurde abgewählt. Wahlsiegerin Elif Eralp (Linke), die neue Regierende Bürgermeisterin werden könnte, lehnt eine Olympia-Bewerbung ab.
Einen Tag nach der Wahl erklärte sie, die Entscheidung habe sich „erledigt“. Sie vertrat die Ansicht, die Berliner hätten bei der Wahl auch gegen Olympia gestimmt. Auch die Grünen, die voraussichtlich an einer neuen Regierung beteiligt sein werden, sprechen sich gegen die Pläne aus. Beide Parteien argumentieren, Berlin brauche das Geld an anderen Stellen dringender.
Olympia-Beauftragter kritisiert Eralp scharf
Niroomand kritisierte Eralps Haltung scharf. Sie habe „innerhalb von 45 Sekunden die ganze Bewerbung vom Tisch gewischt, dadurch eine enorme Verunsicherung unter die Verbände gebracht hat, damit auch absolut unsere Chancen richtig verringert hat“. Auch ein Gesprächsangebot habe sie abgelehnt. Dass die DOSB-Entscheidung so kurz nach der Wahl angesetzt worden war, hatte Niroomand bereits zuvor als „eine große Hypothek“ bezeichnet.
Anders als München und Nordrhein-Westfalen hatte Berlin auf einen Bürgerentscheid verzichtet. Zwar stimmte das Abgeordnetenhaus noch unter der schwarz-roten Koalition mehrheitlich für die Bewerbung. Olympia-Gegner in der Hauptstadt wollten jedoch ein Volksbegehren dagegen einleiten.
