Kletterunfall in der Sächsischen Schweiz

Bergwacht trainiert den Ernstfall – dann passiert er wirklich

15.03.2026 – 18:44 UhrLesedauer: 1 Min.

Einsatzkräfte der Bergwacht Dresden trainieren Hilfs- und Einsatztechniken für die Rettung von Personen: Währenddessen kam es am Wochenende zu einem realen Notfall. (Quelle: Jürgen Lösel/dpa/dpa-bilder)

Während 40 Rettungskräfte am Rauenstein Notfallszenarien üben, verunglückt wenige Kilometer entfernt eine junge Frau beim Aufstieg. Eine einzige Sicherungsschlinge verhindert das Schlimmste.

Am Sonntag hat eine 23 Jahre alte Kletterin an der Bärensteinnadel in der Sächsischen Schweiz einen schweren Unfall erlitten. Der Felsen liegt wenige Kilometer vom Übungsort Rauenstein entfernt, wie Einsatzleiter Matthias Gathmann der dpa mitteilte.

Die Frau rutschte beim Aufstieg ab und stürzte in die Tiefe. Gathmann schilderte den Unfallhergang: „Sie ist etwa fünf bis acht Meter geflogen und dann mit dem Kopf gegen die Felswand geprallt.“ Laut Gathmann habe eine Sicherungsschlinge den Absturz aufgehalten.

Zwei Begleiter ließen die Verletzte von der Wand herab und alarmierten die Rettungskräfte. Ein Hubschrauber flog die Frau in ein Krankenhaus in Dresden.

Zum Zeitpunkt des Unfalls trainierte die Bergwacht Dresden am Rauenstein. Rund 40 Rettungskräfte übten seit Freitag Hilfs- und Einsatztechniken, sagte Bergwacht-Leiter Jost Bähne. Ziel sei die Vorbereitung auf die bevorstehende Klettersaison.

Laut Bähne stellten mehrere Übungen komplexe Einsatzszenarien nach. Als besonders anspruchsvoll gelte die Rettung aus Felsspalten. Bähne erläuterte: „Das kann durchaus eine Stunde dauern, bis alle Seile fix sind und alles klappt.“

Laut Bähne zählte die Bergwacht in der Sächsischen Schweiz im Vorjahr 148 Einsätze. Darunter seien 100 Wanderunfälle, 18 Kletterunfälle und vier medizinische Notfälle gewesen. In 43 Fällen sei ein Hubschrauber im Einsatz gewesen. Sieben Menschen seien tödlich verunglückt.

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