
Torwart trifft in letzter Sekunde
„Hatte keine Ahnung“: Trainer-Fauxpas führte fast zum Aus
29.01.2026Lesedauer: 3 Min.
In der Champions League steht Benfica Lissabon kurz vor dem Aus. Dann aber wird es im Spiel gegen Real Madrid dramatisch – auch aufgrund eines Kommunikationsproblems.
Mit etwas Abstand zu den wilden Schlussminuten, mit dem entscheidenden Treffer durch seinen Torwart, gab sich José Mourinho cool wie immer. „Wir wussten, dass wir es schaffen können. Wir wussten, dass der große Kerl dazu in der Lage ist“, sagte der Portugiese nach dem 4:2 von Benfica Lissabon über sein Ex-Team Real Madrid dem TV-Sender CBS. Erst das Kopfballtor durch Torwart Anatoliy Trubin brachte Benfica in der achten Minute der Nachspielzeit die Tordifferenz, die zum Einzug in die Playoffs der Champions League reichte.
Dabei hatte es wenige Momente vor dem Treffer noch so ausgesehen, als wüsste Mourinho gar nicht, dass ein viertes Tor zum Weiterkommen fehlte. Sami Khedira, der selbst unter Mourinho trainierte, bemerkte als Experte am DAZN-Mikrofon: „Das ganze Stadion wusste es, der Präsident wusste es, nur Mourinho, der eigentlich auf alles eine Antwort hat, wusste es nicht.“ Und tatsächlich haperte es laut dem 63-Jährigen an der Kommunikation.
„Ich hatte keine Ahnung, ob das 3:2 reichen würde, ich hatte keinen Anhaltspunkt“, gab Mourinho zu. Er beschrieb seinen Sinneswandel und die Anweisung, auch Torwart Trubin nach vorn zu schicken, so: „Als ich die letzten Wechsel gemacht habe, hieß es, wir sind durch, nur absichern. Dann ein paar Sekunden später erfahre ich, wir brauchen noch eins.“
Später gestand der „Special One“: Während der wilden Schlussphase hatte er annähernd mit dem Champions-League-Aus abgeschlossen. „Wir würden aufrecht sterben und das wäre in Ordnung“, teilte er seine Gedanken im Estadio da Luz mit. Doch es kam anders.
Spieler und Betreuer fielen voller Ekstase über Matchwinner Anatoliy Trubin her, nachdem dieser den Ball mit der letzten Aktion der Partie in Stürmermanier in die Maschen wuchtete. Der Ukrainer sprach danach von „einem verrückten Moment. Ich bin es nicht gewohnt, zu treffen. Ich bin 24 Jahre alt und das war das erste Mal“.
Kurz zuvor hätten ihm seine Mitspieler auf dem Platz plötzlich „eine Eins“ gezeigt, erklärte er. Ein Zeichen dafür, dass noch ein Tor nötig war, um weiterzukommen. „Aber ich habe es nicht verstanden“, so Trubin. „Alle sagten mir, ich solle mich beeilen.“ Auf Instagram resümierte er in der Nacht: „Manchmal bringt uns der Fußball mehr, als wir jemals erwarten könnten. Sogar ein Tor zu schießen.“