Gefahr durch Islamismus

Bekennervideo und Treueeid auf IS nach CSD-Anschlag entdeckt

Aktualisiert am 28.07.2026 – 14:33 UhrLesedauer: 4 Min.

Nach dem Terroranschlag beim Berliner CSD debattieren Politiker über eine schärfere Überwachung islamistischer Gefährder. (Quelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpa/dpa-bilder)

Zunächst war nach dem Angriff auf den CSD nicht völlig sicher, dass es um Islamismus ging. Nun fand die Polizei ein Video.

Nach dem Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin hat die Polizei auf dem Handy des Attentäters Abdul B. ein Bekennervideo gefunden. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Das Video beinhalte unter anderem einen Treueschwur auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Laut „Spiegel“ spricht der Mann in dem Video auf Arabisch und zeigt sich verhüllt, es soll sich aber um B. handeln.

Bei dem Terroranschlag am Samstag mit einem Auto wurden eine Frau getötet und 31 Menschen teils schwer verletzt. Der Täter soll auch eine Machete benutzt haben. Abdul B. starb am Tag nach dem Anschlag durch Schüsse von Polizisten, die ihn gestellt hatten.

Fußfesseln und Verbote

Unterdessen wird die Debatte um härtere Maßnahmen gegen sogenannte islamistische Gefährder lauter. So will die CSU mit dem Koalitionspartner SPD die elektronische Fußfessel als Überwachungsmaßnahme in den Blick nehmen. Diesen Punkt hatte auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) schon ins Gespräch gebracht. Der Berliner CDU-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl im September, Stefan Evers, forderte ein Verbot bestimmter Moscheevereine.

Beim Terroranschlag am Berliner CSD wurden eine Frau getötet und zahlreiche Menschen verletzt. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-bilder)

Weil eine Mutter aus Polen bei dem Terroranschlag starb, ermittelt auch die Staatsanwaltschaft in Warschau. Aus dem polnischen Außenministerium hieß es, die erwachsene Tochter, die mit ihrer Mutter unterwegs war, werde in einem Krankenhaus behandelt, schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

LKA filmte Haus von Abdul B.

Am Montag hatten Medien darüber berichtet, dass Abdul B. (21) vor der Tat vom Berliner Landeskriminalamt (LKA) beobachtet wurde. Die Kriminalpolizei überwachte ihn und eine gegenüber seinem Wohnhaus installierte Kamera filmte ihn auch kurz vor der Tat, wie „Süddeutsche Zeitung“ und die Sender NDR und WDR berichteten. Die Polizei äußerte sich dazu zunächst nicht.

Innenminister Dobrindt sagte am Montag im „Heute Journal“ des ZDF: „Klar ist, dass es eine technische Überwachung gegeben hat auch dieser Person. (…) Ob die technische Überwachung ausreichend war, die das Land Berlin angewandt hat oder nicht, auch das wird betrachtet werden.“

Weiter betonte Dobrindt: „Aber auch all diese Überwachungsmöglichkeiten verhindern nicht abschließend, dass Menschen, die vorhaben, schwerste Anschläge zu begehen, diese vielleicht auch begehen können. Man kann das Risiko minimieren, aber man kann es nicht komplett ausschließen.“

Die Berliner Polizei hatte Abdul B. als Gefährder eingestuft, weil er versucht hatte, sich der Terrororganisation IS anzuschließen und dafür im Mai verurteilt worden war – allerdings noch nicht rechtskräftig.

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