
Domen und Nika Prevc
Eine Familie dominiert das Skispringen
05.01.2026 – 11:59 UhrLesedauer: 3 Min.
Nika Prevc gewann die Two Nights Tour. Ihr Bruder Domen führt die Tournee-Wertung an. Die Familie spornt sich an – und hat ein Alleinstellungsmerkmal.
Vor dem letzten Springen der Vierschanzentournee führt der Slowene Domen Prevc die Gesamtwertung mit 41,4 Punkten Vorsprung vor dem Österreicher Jan Hörl an. Prevc gewann auf den Schanzen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen und musste sich in Innsbruck nur dem Japaner Ren Nikaido geschlagen geben.
Die Chancen, dass der 26-Jährige der diesjährige Sieger der Tournee sein wird, stehen sehr gut. Sollte Domen Prevc dies gelingen, würde er in die Fußspuren seines Bruders und Ex-Springer Peter treten, der sich in der Saison 2015/16 zum Sieger krönte. Die Schwester der beiden, Nika Prevc, gewann zudem die Two Nights Tour, also das Pendant der Tournee bei den Frauen in diesem Jahr.
Dabei verbindet die drei Geschwister ein einzigartiger Sprungstil. Nicht wenige Beobachter beschreiben den von Domen Prevc als furchtlos. Warum? Domen Prevc geht in der Anlaufspur tief in die Hocke und neigt sich dann beim Absprung weit nach vorne. Für eine tiefe Hocke muss im Anschluss kraftvoll abgesprungen werden, um den Schwung gut mitzunehmen und den Schanzentisch bestmöglich zu treffen. Diese Balance bekommt Prevc gut hin und das, obwohl er seine Schuhe locker bindet. Durch die lockere Bindung geht normalerweise Kraft beim Absprung verloren – nicht so beim Slowenen. Er hat seine Absprungtechnik perfektioniert.
Eine lockere Bindung ist ungewöhnlich, aber das Markenzeichen von Domen Prevc. Dadurch ist er nicht so fest im steifen Material „gefangen“, geht natürlich auch mehr Risiko ein, weil er auf Stabilität verzichtet. Dafür ist er aber flexibler – auch bei der Landung. Durch die lockere Bindung hat Domen Prevc mehr Spielraum, das ist auch ein Vorteil.
Die Nachteile bei der Landung waren auch Martin Schmitt bereits aufgefallen. Der ehemalige deutsche Skispringer sagte im Herbst im Gespräch mit t-online: „Die moderne Ausrüstung hat die Flugphase deutlich stabiler und sicherer gemacht, aber für die Landung ist das Material eigentlich nicht gemacht. Die Schuhe sind schon sehr steif und werden zusätzlich mit Carbonschalen verstärkt.“ Dadurch sei die Landung, besonders in der Telemarkstellung, noch immer eine Risikosituation. Prevc umgeht das mit seiner anderen Bindung.