DFB-Pokal-Endspiel
Pyro-Chaos: Bayern und Stuttgart drohen sechsstellige Strafen
24.05.2026 – 14:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Fans beider Vereine zündeten beim Pokalfinale gemeinsam Pyrotechnik und protestierten mit Transparenten gegen den DFB – das Spiel musste unterbrochen werden. Nun drohen den Klubs empfindliche Konsequenzen.
Beim DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart haben Fans beider Vereine in einer offenbar abgestimmten Aktion Pyrotechnik gezündet und mit Transparenten gegen den DFB protestiert. Das Spiel im Berliner Olympiastadion musste kurz unterbrochen werden. Der DFB-Kontrollausschuss hat angekündigt, sich mit den Vorfällen zu befassen.
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Was war passiert? Zu Beginn der zweiten Halbzeit wanderte ein riesiges Banner mit einem durchgestrichenen DFB-Wappen einmal um den Unterring des Stadions. Darauf standen die Wörter „Kläger, Richter, Henker“. Der Protest richtete sich gegen hohe Ticketpreise und die aus Sicht der Fans unverhältnismäßige Rechtsprechung des Verbands bei Fanvergehen. Anschließend zündeten beide Fanlager Pyrotechnik – unmittelbar nach dem ersten Tor von Harry Kane für die Bayern. Schiedsrichter Sven Jablonski unterbrach daraufhin die Partie.

Diese Unterbrechung dürfte die Strafen erhöhen. Den DFB-Richtlinien zufolge steigen die Geldstrafen bei einer Spielunterbrechung zwischen einer und fünf Minuten um 50 Prozent. Pro Pyro-Fackel berechnet der DFB bei Bundesligisten 1.000 Euro, pro illegalem Banner werden je nach Größe zwischen 2.000 und 8.000 Euro fällig. Die Strafen könnten sich damit in sechsstelliger Höhe bewegen. Zum Vergleich: Im Vorjahr zahlte Finalist Arminia Bielefeld rund 50.000 Euro für Pyro-Vergehen – allerdings als damaliger Drittligist mit einem geringeren Sockelbetrag.
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Noch während des Spiels hatte sich der DFB geäußert: „Wir freuen uns über eine lebendige Fankultur. Diese darf aber nicht dazu führen, dass die Kurven über Spielunterbrechungen oder gar -abbrüche entscheiden.“ Wie die Transparente und Fackeln überhaupt ins Olympiastadion gelangen konnten, ließ der Verband offen.
Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß reagierte am Sky-Mikrofon scharf: „Die Vereine, der DFB und die Politik müssen hart durchgreifen, dass solche Unverschämtheiten nicht mehr passieren. Das ist typisch in unserer Gesellschaft, dass es immer nur in eine Richtung geht. Dabei hat sich der DFB gar nichts zuschulden kommen lassen.“ Stuttgarts Vorstandschef Alexander Wehrle äußerte sich zurückhaltender: „Generell ist es so, dass wir die Fan-Kultur unterstützen. Klar ist aber auch, ich wünsche mir, dass es nicht zu Spielunterbrechungen führt, weil der Fußball schon die 90 Minuten im Mittelpunkt stehen sollte.“












