Rechtsstreit mit John Deere beendet

Landwirte dürfen ihre Traktoren jetzt selbst reparieren


09.07.2026 – 16:04 UhrLesedauer: 2 Min.

Neue Leistungsklasse: Die 8er-Baureihe von John Deere erreicht eine Spitzenleistung von 634 PS.

Jahrelang haben Bauern ihren John-Deere-Traktor zu hohen Kosten und mit langen Wartezeiten bei Vertragshändlern reparieren lassen müssen. Damit ist jetzt Schluss.

Recht auf Reparatur: Künftig dürfen Landwirte ihren defekten Traktor des Herstellers John Deere selbst instand setzen. Ein entsprechender Rechtsstreit zwischen der US-Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission (FTC) und dem Landmaschinenhersteller wurde beendet. Das teilt die FTC mit. Damit entfällt bei Reparaturen der Umweg über eine teure Vertragswerkstatt.

Die Einigung mit der FTC verpflichtet John Deere, Landwirten und unabhängigen Reparaturdienstleistern für die kommenden zehn Jahre die gleichen Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, die der Hersteller auch autorisierten Werkstätten anbietet, heißt es.

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Zu den Tools gehören auch Softwarefunktionen, die Möglichkeit, elektronische Fehlercodes auszulesen und zurückzusetzen, das Neuprogrammieren elektronischer Bauteile sowie der Zugriff auf technische Handbücher und Anleitungen.

Kosten für Landwirte gesenkt

„Die heutige Einigung ermöglicht es Landwirten, das zu tun, was sie seit Generationen tun – ihre Traktoren und andere Landmaschinen selbst zu reparieren, ohne dafür einen autorisierten John-Deere-Händler bezahlen zu müssen“, sagte FTC-Wettbewerbsdirektor Daniel Guarnera. Die Einigung mit John Deere werde zudem dazu beitragen, die Kosten für Landwirte zu senken.

Die Klage hatte die FTC zusammen mit zwei US-Bundesstaaten im Januar 2025 eingereicht. Sie bezog sich auf ein Software-Reparaturtool für die Fahrzeuge, das John Deere nur autorisierten Händlern zur Verfügung gestellt hatte.

Dadurch seien Landwirte gezwungen gewesen, die Reparaturen bei den im Vergleich zu freien Werkstätten teuren Händlern durchführen zu lassen, lautete der Vorwurf.

Bauern dürfen Traktoren seit 2023 theoretisch selbst reparieren

Bereits 2023 hatte John Deere in einer Absichtserklärung zugestimmt, dass US-Landwirte ihre Geräte selbst reparieren dürfen. Seitdem war es den Besitzern der Landwirtschaftsgeräte erlaubt, darüber zu entscheiden, wo sie ihre Geräte reparieren lassen.

Der FTC ging das aber nicht weit genug. Die Behörde warf John Deere vor, durch die begrenzte Verfügbarkeit seiner Reparaturwerkzeuge weiterhin zu kontrollieren und einzuschränken, wer die Landmaschinen reparieren darf.

Demnach hatte John Deere den Landwirten ein „minderwertiges Reparaturwerkzeug namens Customer Service Advisor“ zur Verfügung gestellt. Mit dem Tool ließen sich aber nicht alle Reparaturen durchführen. Und anderen Herstellern solcher Tools fehle es an Informationen zur Entwicklung entsprechender Reparaturwerkzeuge, lautete der Vorwurf der FTC.

Greift die Regel auch für deutsche Bauern?

Ob die Beilegung des Rechtsstreits in den USA auch Auswirkungen auf deutsche Landwirte hat, ist nicht bekannt. Das IT-Magazin „Golem“ schreibt, dass es wahrscheinlich sei, dass sich die neuen Regeln auch für Kunden außerhalb der USA durchsetzten.

„Für John Deere dürfte eine zweigeteilte Service-Strategie für die USA und den Rest der Welt langfristig zu umständlich und teuer sein“, heißt es.

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