
Werbeaktion geht nach hinten los
Wildschwein mit Brille löst Wirbel aus
Aktualisiert am 22.01.2026 – 15:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Um am Markt aufzufallen, setzen viele Betriebe auf kreative Werbeideen. Ein Bio-Landwirt erntet für eine davon nun heftige Kritik.
Ein Beitrag eines Landwirts aus dem österreichischen Hennersdorf hat auf Facebook Empörung ausgelöst. Johannes Wiesmayer warb mit einem Foto von einem kostümierten Wildschwein für frisches Fleisch aus seinem Hofladen. Doch der vermeintliche Witz kam bei seinen Followern nicht gut an. Es hagelte Kritik.
Johannes Wiesmayer ist seit den 1990er-Jahren Jäger und seit mehr als 20 Jahren Biobauer. Auf Facebook bewirbt er seinen Betrieb regelmäßig mit Fotos seiner Produkte. Ein Markenzeichen, das regelmäßig auf den meisten Bildern zu sehen ist, ist seine schwarze Brille.
Am Montag veröffentlichte er ein weiteres Foto: ein Wildschwein, ebenfalls mit der Brille und einer grünen Mütze auf dem Kopf. Dazu schrieb er: „Wildschweinplage in Hennersdorf! Aber keine Sorge, wir haben es noch im Griff. Dieses Wochenende alles vom Wilden Schwein im Landladen am Wiesmayerhof!“
In mehr als 100 Kommentaren kritisierten zahlreiche Facebook-Nutzer die als Scherz gemeinte Aktion. „Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass dort ein Lebewesen erlegt worden ist“, schrieb ein Mann. Als „frech und respektlos“ bezeichnete eine andere Nutzerin das Foto. Auch von Tierschutzorganisationen und Jägern kam Kritik. Ein Weidmann kommentierte etwa: „Wenn wir Jäger einem erlegten Stück Wild so die letzte Ehre erweisen und das auch noch in soziale Medien stellen, haben wir schon verloren.“
Für Landwirt Wiesmayer kamen diese Reaktionen überraschend. Der „Kronen-Zeitung“ erklärte er: „Dass mein Facebook-Posting solche Wellen schlagen würde, war mir nicht bewusst.“ Die Gemüter so zu erhitzen, sei nie seine Absicht gewesen, so Wiesmayer weiter.
Er stellte im Gespräch mit dem Blatt klar: „Ich wollte weder der Jägerschaft noch den tierschützenden NGOs zu nahe treten. Am allerwenigsten wollte ich aber das Wild und die Natur beleidigen.“ Denn für ihn stelle jedes Stück Wild eine Entnahme aus der Natur dar. Dieses achte und schätze er, betonte Wiesmayer abschließend.