Angeschlagener Batteriekonzern

Varta steht vor dem Aus


Aktualisiert am 23.07.2026 – 02:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Varta-Batterien: Für das Geschäft mit den Batterien soll eine neue Eigentümerstruktur gesucht werden. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON/imago)

Varta steckt seit längerer Zeit in der Krise. Nun drohen dem angeschlagenen Batteriehersteller Insolvenz und Zerschlagung.

Der Batteriehersteller Varta mit Sitz im schwäbischen Ellwangen steht vor dem Aus. Das berichtet unter anderem die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Die Hauptgläubiger haben sich demnach entschieden, ihre Kredite einzufordern. Dem Konzern drohen damit die Insolvenz und eine Zerschlagung zentraler Unternehmensteile.

Varta war zunächst durch einen rasanten Expansionskurs in Schieflage geraten, die Aktien wurden 2025 von der Börse genommen. Um eine Pleite zu verhindern, hatte das Unternehmen erst im Juli 2024 ein Sanierungsverfahren im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes angemeldet. Dieses soll kriselnden Unternehmen ein Insolvenzverfahren ersparen. In diesem Zuge wurden auch die Altaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt. Die monatelange Neuaufstellung des Batterieherstellers sei abgeschlossen, hatte Varta Anfang April vergangenen Jahres mitgeteilt.

Doch dann kam der nächste Schlag: Das Unternehmen musste im Mai die Produktion von Knopfzellen in Nördlingen nach dem Verlust des wichtigsten Kunden – dem US-Techriesen Apple – aufgeben. Rund 350 Arbeitsplätze gingen damit verloren. Varta baute in Nördlingen fast ausschließlich die wiederaufladbaren „CoinPower“-Knopfzellen für die „AirPods“-Kopfhörer von Apple. Diese würden künftig von einem Lieferanten aus China geliefert, hieß es damals von Insidern. Durch den Einschnitt müsse das Sanierungskonzept überarbeitet werden.

Konzernergebnis rutschte unter Mindestschwelle

Die „Wirtschaftswoche“ berichtet, dass das Konzernergebnis von Varta bereits im vergangenen Herbst unter eine mit den Gläubigern vereinbarte Mindestschwelle gefallen sei. Damit hätten diese ihre Forderungen sofort fällig stellen können. Laut Bericht einigte man sich jedoch auf eine Art Galgenfrist für das Management. Bis zum 12. August sollte die Unternehmensführung demnach ein Sanierungsgutachten vorlegen.

Nach Einschätzung wichtiger Gläubiger fehlt dem Management jedoch noch immer eine tragfähige Finanzierungslösung. Ein Sprecher der sogenannten Instructing Group, in der die wichtigsten Gläubiger von Varta organisiert sind, erklärte: Eine unabhängige Prüfung habe ergeben, dass Varta einen Finanzbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich habe. Trotz intensiver Verhandlungen habe bislang jedoch keine Partei eine verbindliche Zusage gemacht. Das Unternehmen gehört dem österreichischen Unternehmer Michael Tojner und dem Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche. Auch sie möchten demnach kein weiteres Kapital bereitstellen.

Damit dürfte Varta auf eine Insolvenz zusteuern. Die Consumer-Sparte mit den Haushaltsbatterien solle aus dem Konzern gelöst werden, um das Geschäft zu sichern, berichtet die „FAZ“. Dafür werde eine neue Eigentümerstruktur gesucht.

Share.
Die mobile Version verlassen