
Crans-Montana-Barbesitzer schießen zurück
„Haben uns entschlossen, das Schweigen zu brechen“
05.02.2026 – 15:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Vorwürfe gegen die Barbesitzer von Crans-Montana sind hart, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Jetzt schreibt das Paar einen Brief.
Das Ehepaar Jacques und Jessica M. hat einen Brief an die Angestellten der Bar „Le Constellation“ geschrieben. „Wir werden euch nicht im Stich lassen“, heißt es darin. „Wir sind durch dasselbe Schicksal verbunden und werden alles in unserer Macht Stehende tun, um euch zu helfen.“
Gleichzeitig beschimpft das Ehepaar Zeugen und spricht von „niederträchtigsten Lügen“. Behauptungen, Jessica M. habe sich in der Brandnacht von Crans-Montana mit der Kasse nach draußen gerettet, seien falsch.
Auch um Geld geht es in dem Brief: Das Paar versichert, dass Lohnzahlungen an die Angestellten am 6. Januar angewiesen worden seien. Allerdings seien alle geschäftlichen und privaten Konten gesperrt worden – darum sei es denkbar, dass noch nicht alle Löhne angekommen seien.
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Berichten zufolge beginnt das Schreiben an die Mitarbeiter mit den Worten: „Wir haben uns heute entschlossen, das uns auferlegte Schweigen zu brechen.“ Zuvor hatten Angestellte beklagt, dass Jacques und Jessica M. nie Kontakt zu ihnen aufgenommen hätten. Nun erklärt das Paar, es habe sich aufgrund der laufenden Ermittlungen entschieden, „alle Verbindungen abzubrechen“. Dies sei einer Tortur gleichgekommen.
In der Bar „Le Constellation“ in dem schweizerischen Skiort Crans-Montana war bei einer Silvesterparty Feuer ausgebrochen. 41 Menschen sind gestorben, rund 80 teils schwer verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Barbesitzer wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung. Sie sind gegen Kaution auf freiem Fuß.
Im Brief schreiben die beiden an die Angestellten gewandt, sie hätten Worte ihres tiefen Mitgefühls unmittelbar nach der Tragödie zurückhalten müssen: „Dieses Schweigen war unendlich schwer und schmerzhaft. Für Sie. Und für uns. Wir bedauern dies zutiefst.“