Bar-Ubau wird zur Todesfalle – 34 Opfer an Treppe gestorben

Nach Umbau von Betreiber

Todesfalle: 34 der 40 Opfer starben an enger Treppe


Aktualisiert am 12.01.2026 – 07:04 UhrLesedauer: 3 Min.

Polizeiband vor der Bar „Le Constellation“ im Schweizer Ski-Ort Crans-Montana: Die Silvesternacht endete in einer Tragödie. (Quelle: Jean-Christophe Bott)

Es werden immer mehr Informationen über den Ablauf der tödlichen Tragödie in der Schweiz öffentlich. Auch die Vergangenheit des Barbetreibers rückt in den Fokus.

Zehn Tage nach der tödlichen Feuerkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana haben italienische Ermittlungsbehörden neue Erkenntnisse mitgeteilt. Demnach sind bei dem Brand in der Bar „Le Constellation“ 34 der 40 Todesopfer an der Treppe im Keller ums Leben gekommen. Der Aufgang war Jahre zuvor vom Betreiber der Bar, Jacques M., bei Umbauarbeiten deutlich verengt worden und entwickelte sich in der Brandnacht offenbar zum tödlichen Engpass.

Wie die italienische Zeitung „Il Giornale“ unter Berufung auf einen Ermittlungsbericht schreibt, untersuchte ein internationales Team am 4. Januar den Brandort. Demnach seien „34 Leichen am Fuße der Treppe gestapelt gefunden“ worden. Die Treppe führte vom Keller der Bar ins Erdgeschoss und war während der Fluchtversuche der zentrale Rettungsweg. Nach Informationen der „Bild“ wurden drei Tote vor dem Lokal und drei weitere Tote vor einem verschlossenen Ausgang im Raucherraum im Erdgeschoss gefunden. Jacques M. hatte die Servicetür in der Silvesternacht verschlossen vorgefunden, wie er in seiner Vernehmung erklärt hatte.

Nach Berichten der Zeitung wurde die Treppe bei einem Umbau im Jahr 2015 erheblich verschmälert. Ursprünglich soll der Aufgang rund drei Meter breit gewesen sein, nach den Arbeiten nur noch etwa 1,37 Meter. Fotos aus der Umbauphase zeigen demnach, dass Jacques M. nach der Übernahme der Bar die Arbeiten weitgehend in Eigenregie durchgeführt hatte. Fachfirmen waren an dem Umbau laut der Zeitung nicht beteiligt, die Arbeiten habe M. gemeinsam mit Bekannten durchgeführt. Eine bauaufsichtliche Abnahme der Veränderungen gab es offenbar nicht.

In der Brandnacht konnten dadurch nur wenige Menschen gleichzeitig die Treppe passieren. Laut dem italienischen Ermittlungsbericht rissen im Gedränge zudem der hölzerne Handlauf und Teile der Verkleidung ab.

Neben der Treppe steht auch die Deckenkonstruktion im Keller im Zentrum der Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Partyfontänen den angebrachten Schaumstoff an der Decke entzündeten. Dieser Darstellung widerspricht der Betreiber der Bar. Wie die französische Zeitung „Le Monde“ unter Berufung auf Vernehmungsprotokolle berichtete, erklärte Jacques M., er halte Tischfeuerwerke als Brandursache für wenig wahrscheinlich. Er habe die Entflammbarkeit des Materials selbst getestet; die verwendeten Fontänen seien nicht stark genug gewesen. „Wir machen das seit zehn Jahren, es gab noch nie ein Problem“, soll er ausgesagt haben.

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