„Er ist der, der den Vertrag bricht“
Zoff um Bayerns Wunschtrainer eskaliert
18.06.2026 – 17:54 UhrLesedauer: 3 Min.
Bambergs Mäzen erhebt schwere Vorwürfe an Cheftrainer Anton Gavel. Der will seinen Vertrag mit einem juristischen Kniff anfechten – um zum FC Bayern zu wechseln.
Ausgerechnet vor dem ersten Meistermatchball des FC Bayern werden die Playoffs der Basketball-Bundesliga plötzlich zur Nebensache. Warum? Weil Bambergs Gesellschafter Michael Stoschek brisante Interna öffentlich gemacht hat. Demnach will Trainer Anton Gavel seinen bis 2027 laufenden Vertrag mit einem juristischen Kniff anfechten – um den Weg zu den Bayern freizumachen.
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Stoschek wandte sich am Mittwoch gezielt rund zwei Stunden vor Beginn des dritten Finalspiels via „Bild“ und „Hamburger Abendblatt“ an die Öffentlichkeit. Gavel berufe sich auf einen Formfehler: Die digitale Unterschrift unter seinem Vertrag sei mangels schriftlicher Bestätigung angreifbar und er habe bereits die Kündigung eingereicht. Stoschek sagte über den Trainer: „Er ist der, der den Vertrag bricht. Er ist der, der mit der Spitzfindigkeit kommt, die ihm zugetragen wurde, dass die digitale Unterschrift mangels Bestätigung nicht gilt, und hat uns die Kündigung vorgelegt.“
Dass Gavel Bamberg verlassen würde, galt in der Branche als offenes Geheimnis. Der 41-Jährige soll beim FC Bayern auf den scheidenden Cheftrainer Svetislav Pešić folgen, unter dem Gavel einst noch jahrelang und als Meisterkapitän in München spielte. Die Bayern haben bereits im Mai Thorsten Leibenath von Ratiopharm Ulm als neuen Sport-Geschäftsführer verpflichtet. Leibenath und Gavel kennen sich wiederum bestens aus Ulm, wo sie gemeinsam eine überraschende Meisterschaft gewannen.
Zoff um vermeintlichen Trainerklau
Bayern will dem Vernehmen nach keine Ablöse zahlen. Stoscheks Versuche, die Sache mit Bayern-Präsident Herbert Hainer sowie über Bayern-Patron Uli Hoeneß zu lösen, scheiterten beide. Stoschek sagte: „Ich finde es absolut unfair, dass der größte und finanzstärkste Sportklub Europas dem kleinen Bamberg auf diese Weise den wichtigen Trainer wegnimmt.“ Es droht ein Rechtsstreit.
