
Auf unbestimmte Zeit
Bahnsanierung Hamburg-Berlin dauert länger als geplant
Aktualisiert am 16.02.2026 – 17:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Großprojekt der Deutschen Bahn wird länger dauern als geplant. Grund sind witterungsbedingte Probleme.
Der Abschluss der umfassenden Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Aufgrund der Winterwitterung in den vergangenen Wochen sei der Fertigstellungstermin Ende April nicht zu halten, teilte die Deutsche Bahn mit. Kernproblem sei der Kabeltiefbau für die Signalanlagen, hieß es.
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist seit Anfang August 2025 für die Sanierung gesperrt. Zunächst war mit neun Monaten Bauzeit geplant worden. Die 280 Kilometer lange Strecke führt durch fünf Bundesländer und zählt zu den wichtigsten Pendlerstrecken in Deutschland.
Täglich nutzen rund 30.000 Fahrgäste im Fernverkehr diese Verbindung. Insgesamt verkehren 470 Züge pro Tag auf der Strecke. Nach Bahn-Angaben wurde die Generalsanierung dringend notwendig, da die wichtige Verbindung dem Verkehrsaufkommen kaum mehr standhalten kann.
Während der Sperrung leitet die Bahn den Fernverkehr über Stendal und Uelzen um. Die Fahrtzeit verlängert sich dadurch im Schnitt um 45 Minuten. Statt zwei Verbindungen pro Stunde fährt nur noch ein Zug stündlich.
Die Halte Ludwigslust und Wittenberge entfallen während der Bauarbeiten komplett. Im Regionalverkehr fallen viele Verbindungen aus oder verkehren nur auf Teilstrecken. Für betroffene Pendler steht ein umfangreiches Ersatzverkehrskonzept mit Bussen bereit.
Die Fahrzeiten mit den Ersatzbussen verlängern sich deutlich. Eine Fahrt von Wittenberge nach Berlin dauert statt eineinhalb nun dreieinhalb Stunden. Von Perleberg nach Berlin benötigen Reisende drei statt zwei Stunden.
Die Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin gehört zu einer größeren Initiative: Die Bahn will bis 2030 mehr als 40 vielbefahrene Schienenkorridore grundlegend modernisieren. Den Anfang machte 2024 die sogenannte Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim.