Mehrere deutsche Standorte betroffen

Technologieunternehmen will 500 Stellen abbauen


16.04.2026 – 00:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Sensorenhersteller Sick baut massiv Stellen ab. (Quelle: SICK)

Ein Technologiekonzern aus Baden hat Entlassungen angekündigt. Ein Standort wurde bereits geschlossen.

Das Technologieunternehmen Sick aus Südbaden will offenbar Hunderte Stellen abbauen. Betroffen sind die Standorte in Waldkirch, Reute, Freiburg und Donaueschingen, berichtet die „Badische Zeitung“.

Im November hatte das Unternehmen angekündigt, dass betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen werden. Im Januar wurde der Standort Karlsruhe geschlossen, in Hamburg wurden Stellen gestrichen. Jetzt trifft es auch die badische Region.

Hier sind derzeit 5.000 Arbeitnehmer beschäftigt, zehn Prozent sollen gehen. Wie die Zeitung berichtet, begründet Sick-Chef Mats Gökstorp den Einschnitt mit der Notwendigkeit, angesichts der veränderten Wettbewerbsbedingungen Kosten zu senken, um die Profitabilität zu erhöhen. Diese sei trotz einer Umsatzsteigerung von sechs Prozent im vergangenen Jahr nach wie vor zu niedrig.

„Uns ist bewusst, dass diese Perspektive für viele Mitarbeitende mit Unsicherheit verbunden ist. Deshalb ist es uns wichtig, deutlich und transparent über die Hintergründe und den aktuellen Stand der Dinge zu informieren – auch wenn die Gespräche mit dem Betriebsrat zu Südbaden noch laufen“, sagte Gökstorp.

Der Sensorhersteller hat 2024 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro erzielt, was aber einen Rückgang von 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutete. Der Gewinn lag vor Steuern bei 91,9 Millionen Euro.

In der Belegschaft gab es bereits im Januar Kritik an den Sparplänen des Unternehmens. Um kurzfristig die Effizienz zu steigern, würden Maßnahmen ergriffen, die nicht zur Firma passten, „das ist nicht nachhaltig“, sagte ein Mitarbeiter nach einer IG-Metall-Versammlung im Winter der „Badischen Zeitung“. Offenbar ließ sich auch die Gründerfamilie immer weniger blicken.

Der Freiburger IG-Metallvorsitzende Norbert Göbelsmann sagte der „Badischen Zeitung“, dass der Stellenabbau viel höher ausfalle als vom Unternehmen zunächst angedeutet. „Solch eine Informationspolitik ist nicht zielführend“ sagte er und warf der Geschäftsführung mangelnde Kompromissbereitschaft vor. Man sehe zwar die schrumpfenden Gewinne, die Zukunft von Sick könne aber nicht durch Personalabbau gesichert werden. Göbelsmann forderte demnach neue Konzepte und kündigte an, über neue Ideen mit der Firmenleitung sprechen zu wollen.

Sick-Chef Gökstorp sagte laut dem Zeitungsbericht, dass die Firmenleitung sicher aber zum Hauptstandort Waldkirch bekenne und dort sowie in Donaueschingen auch investiert habe. Der geplante Ausbau der Produktion in Reute steht demnach nicht auf der Streichliste.

Das Unternehmen wurde 1946 von dem Ingenieur Erwin Sick gegründet und entwickelte sich zu einem führenden Hersteller von Sensoren und Automatisierungslösungen. Zunehmend wird auch Künstliche Intelligenz in den Geräten des Unternehmens eingesetzt. Mit 63 Tochtergesellschaften und Beteiligungen sowie zahlreichen Vertretungen ist Sick weltweit präsent. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 10.000 Mitarbeitende.

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