
Mainzer Forschungen
Pompeji: Gebadet wurde in Schmuddelwasser
Aktualisiert am 13.01.2026 – 14:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Wasser musste im frühen Pompeji mühsam geschöpft werden. Entsprechend selten wurde es in Badeanstalten gewechselt. Erst eine Neuerung ließ es mit der Hygiene aufwärtsgehen.
Um die Wasserqualität in den Bädern des antiken Pompeji war es nach jüngsten Erkenntnissen nicht sonderlich gut bestellt, zumindest in der frühen Phase der Stadt. Bis kurz vor Christi Geburt stammte das Badewasser aus Brunnen, musste aufwendig mithilfe von Sklaven aus etwa 40 Metern Tiefe nach oben befördert werden und wurde darum vergleichsweise selten erneuert. Das besserte sich erst später, wie ein Forschungsteam um Gül Sürmelihindi von der Universität Mainz im Fachjournal „Proceedings“ der US-nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“) berichtet.
Demnach gewannen die Menschen ihr Wasser zunächst aus bis zu 40 Meter tiefen Brunnen. Die Analyse von Kohlenstoffisotopen – also Kohlenstoffatomen mit unterschiedlicher Masse – in den Ablagerungen ergab, dass das Wasser in den um 130 vor Christus angelegten öffentlichen Badeanlagen der Stadt anfangs nicht den hohen Hygienestandards entsprach, wie man sie den Römern üblicherweise zuschreibt. Sprich: Es war dreckig.
Die Ablagerungen enthielten organische Verunreinigungen, erklärte Erstautorin Sürmelihindi – was auf eine Verschmutzung etwa durch Schweiß, Hauttalg und Urin hinweist. Vermutlich sei das Wasser nur etwa einmal täglich gewechselt worden. Verwunderlich sei das nicht. „Schließlich wurden die Bäder mit einer Wasserhebemaschine versorgt, die von Sklaven über eine Art Tretmühle angetrieben wurde.“