
Hauptsitz in Frankfurt
Massiver Stellenabbau bei Autozulieferer
Aktualisiert am 29.01.2026 – 08:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Stellenabbau bei Aumovio in Frankfurt: Bis zu 220 Jobs fallen weg. Weltweit sind es sogar bis zu 4.000 Stellen. Ein Freiwilligenprogramm soll im März starten.
Bis zu 220 Beschäftigte in Frankfurt müssen um ihre Arbeitsplätze bangen. Der Autozulieferer Aumovio kündigte am Dienstag an, am Standort in der Main-Metropole entsprechend viele Stellen zu streichen. Bundesweit plant das Unternehmen Entlassungen in einem Umfang „bis in den hohen dreistelligen Bereich“, wie es in einer Mitteilung heißt. Global sollen bis Jahresende sogar bis zu 4.000 Arbeitsplätze wegfallen.
Neben Deutschland sind vorwiegend die ausländischen Standorte von den geplanten Kürzungen betroffen. Das Unternehmen begründet die Maßnahmen damit, seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten weltweit wettbewerbsfähiger aufstellen zu wollen.
Vorstandschef Philipp von Hirschheydt plant, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bis 2027 auf weniger als zehn Prozent vom Umsatz zu senken. Das Produktportfolio soll stärker auf die Marktanforderungen zugeschnitten und Geschäftsbereiche sollen konzentrierter organisiert werden. Durch „bereits laufende Maßnahmen zur Standardisierung, Automatisierung und verbesserten organisatorischen Aufstellung“ entstehe ein geringerer Personalbedarf in der Entwicklung, erklärte das Unternehmen.
Von Hirschheydt erklärte, Aumovio sei „technologisch führend für die sichere, begeisternde, vernetzte und autonome Mobilität der Zukunft“. Diese Position wolle man „mit einer klaren Strategie“ weiter ausbauen. „In einem herausfordernden Umfeld ergreifen wir nun zusätzliche Maßnahmen, um konsequent unsere Effizienz zu steigern.“
Das Management betont, den Jobabbau so milde wie möglich umsetzen zu wollen. Mit den Arbeitnehmervertretern sei man bereits im Gespräch, um Alternativen zur Effizienzsteigerung zu prüfen und den Abbaubedarf in Deutschland zu reduzieren. Schon Anfang März sollen betroffene Mitarbeiter an deutschen Standorten ein Freiwilligenprogramm nutzen können.
Der in Frankfurt ansässige Zulieferer ging erst im September 2025 aus einer Abspaltung von Continental hervor. Das Geschäft konzentriert sich auf elektronische Komponenten für die Autoindustrie, darunter Bremssysteme, Sensortechnik, Displays und Fahrassistenten. Mit mehr als 86.000 Mitarbeitern weltweit erzielte Aumovio 2024 einen Umsatz von etwa 19,6 Milliarden Euro.
Die deutsche Zulieferbranche steht seit Jahren unter Druck: Sinkende Gewinnmargen und die schwierige Lage der gesamten Automobilindustrie belasten die Unternehmen.