Autonutzung sinkt trotz mehr Pkw – ÖPNV und Fußwege legen zu

Mehr Wege zu Fuß

Münchner lassen das Auto öfter stehen


23.01.2026 – 16:10 UhrLesedauer: 3 Min.

Stadtverkehr in München. In Großstädten gehören Staus zum Alltag, doch viele Wege werden zunehmend auch zu Fuß zurückgelegt (Symbolbild). (Quelle: picture alliance / Matthias Balk/dpa/dpa-bilder)

Neue Zahlen zur Mobilität zeigen: In München und dem Umland nutzen die Menschen häufiger Bus, Bahn und ihre eigenen Füße – trotz wachsendem Autobesitz.

Die Menschen im Raum München haben 2023 deutlich seltener das Auto genommen – obwohl der Pkw-Besitz gestiegen ist. Das zeigt eine groß angelegte Mobilitätsstudie, deren Ergebnisse am Freitag von Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) veröffentlicht wurden.

Demnach sank der Anteil des motorisierten Individualverkehrs im MVV-Gebiet von 46 auf 41 Prozent. In der Landeshauptstadt selbst fiel er sogar auf nur noch 29 Prozent. Gleichzeitig legten die Menschen mehr Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß zurück als noch 2017.

Im Vergleich zur letzten Erhebung vor sechs Jahren stieg der Anteil der sogenannten Umweltverbund-Verkehre – also öffentlicher Nahverkehr, Rad- und Fußverkehr – im gesamten MVV-Gebiet auf 60 Prozent. Besonders stark zugenommen hat das Zufußgehen (plus 5 Prozent). Auch die Nutzung von Bussen und Bahnen stieg leicht an (plus 1 Prozent) und liegt nun über dem Vor-Pandemie-Niveau. Der Anteil der Wege mit dem Fahrrad blieb hingegen stabil.

In München werden inzwischen die meisten Wege zu Fuß zurückgelegt (29 Prozent der Wege), gefolgt vom öffentlichen Nahverkehr (25 %) und dem Fahrrad (18 %). Der Autoverkehr verliert deutlich an Boden. Im Umland zeigt sich derselbe Trend, wenn auch auf einem anderen Niveau: Dort dominiert weiterhin der Pkw, sein Anteil ist aber auch hier gesunken.

Insgesamt waren die Menschen im MVV-Gebiet im vergangenen Jahr weniger unterwegs als noch 2017. Sie legten im Schnitt nur noch 2,9 Wege pro Tag zurück – bei der letzten Erhebung waren es noch 3,2. Auch die durchschnittliche Tagesstrecke schrumpfte von 42 auf 35 Kilometer. Verantwortlich dafür seien laut Studie vor allem Homeoffice und veränderte Alltagsgewohnheiten als Nachwirkung der Corona-Pandemie.

Dafür gewinnt die Freizeitmobilität an Bedeutung: Der Anteil der Wege, die zu Freizeitzwecken zurückgelegt wurden, stieg von 29 auf 32 Prozent, bei den gesamten gefahrenen Kilometern lag der Anteil sogar bei 44 Prozent.

Einen wichtigen Anreiz für die Nutzung von Bus und Bahn habe laut MVG und MVV das Deutschlandticket geschaffen. In München nutzten 40 Prozent der Menschen das bundesweite Nahverkehrsangebot – doppelt so viele wie im Umland. Im Bundesdurchschnitt lag die Quote bei lediglich 16 Prozent. Besonders hoch war die Verbreitung bei Studierenden, von denen 65 Prozent ein Deutschlandticket hatten.

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