Eilverfahren angestrebt

Mallorca: Autolimit soll 2027 kommen


10.06.2026 – 17:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Mallorca: Auf der Autobahn stauen sich die Fahrzeuge. (Quelle: imago stock&people)

Ibiza und Formentera machen es bereits vor, nun will auch Mallorca den Zustrom von Fahrzeugen von außerhalb begrenzen. Und das überraschend schnell.

Schluss mit Staus, überfüllten Straßen und Parkplätzen: Mit dem Beginn der Sommersaison und dem zunehmenden Verkehrsaufkommen auf Mallorca dringt die Inselregierung auf eine schnelle Umsetzung ihrer Auto-Pläne. Das balearische Parlament soll ein Gesetz zur Limitierung „fremder“ Autos im Eilverfahren behandeln. Wie örtliche Medien berichten, beantragten sowohl die regierende konservative Volkspartei PP als auch die sozialdemokratische PSIB, die parlamentarischen Fristen dafür zu halbieren.

Ziel ist es, mit dem Beginn des Jahres 2027 „die Zahl der von außerhalb auf die Insel kommenden Fahrzeuge zu begrenzen und erstmals eine Obergrenze für den gesamten Fahrzeugbestand auf Mallorca festzulegen“, schreibt das „Mallorca Magazin“. Dazu gehöre auch eine Regulierung der Mietwagenflotte. Zudem sollen Halter von Fahrzeugen ohne Zulassung auf den Balearen eine Abgabe entrichten müssen. Auf den Nachbarinseln Ibiza und Formentera gibt es bereits vergleichbare Regelungen.

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Fast 950.000 Autos zu Spitzenzeiten

Laut „Inselradio Mallorca“ bezeichnete PP-Fraktionssprecher Sebastià Sagreras das Vorhaben als einen „historischen Vorgang“. Die künftige Regelung sei ein weiterer Bestandteil einer umfassenden Strategie, um den touristischen Druck auf die Insel zu verringern. Die geplante Fahrzeugbegrenzung sei eine „unverzichtbare Maßnahme“, um die überlasteten Straßen zu entlasten und die Mobilität der Inselbewohner zu verbessern.

Fast eine Million Autos auf Mallorca

Auf Mallorca zirkulieren in der Sommersaison rund 100.000 Mietwagen. Zu Spitzenzeiten fahren laut Daten des Mietwagenverbands sogar bis zu 950.000 Fahrzeuge gleichzeitig auf den Straßen der Insel, die 970.000 Einwohner zählt.

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Bemerkenswert ist dabei laut „Mallorca Zeitung“ die Unterstützung durch die oppositionellen Sozialdemokraten. Die PSIB begründet ihre Zustimmung zum beschleunigten Verfahren mit der zunehmenden Verkehrsüberlastung und den daraus resultierenden Belastungen für Umwelt und Lebensqualität.

„Die Panik ist bereits zugelassen“

Auf einen Facebook-Beitrag der „Mallorca-Zeitung“ zum Thema reagierten die Leser gespalten. Einer schimpft: „Das ist keine Lösung der Probleme, das ist eine politische Bankrotterklärung der jahrelangen falschen Maßnahmen in der Verkehrspolitik. Da geht es nur darum, die Gier der Kfz-Steuereinnahmen auf Mallorca zu erhalten.“

Eine Frau schreibt: „Als jemand, der täglich mit Autos, Papieren und Behörden auf Mallorca zu tun hat: Noch ist der Entwurf nicht beschlossen. Die Panik hingegen ist bereits vollständig zugelassen.“ Ein Dritter findet: „Welches Auto, das bereits auf der Insel ist, wird dadurch weniger bewegt?“

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