Radikale Kürzungen

Porsche kündigt neue Entlassungswelle an

05.07.2026 – 22:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Glanzlichter am Porscheplatz in Zuffenhausen (Archivbild): Der Autobauer kürzt in Verwaltung und Entwicklung. (Quelle: IMAGO/Arnulf Hettrich/imago)

VW will bis zu 100.000 Stellen streichen. Nun kündigt die Konzernmarke Porsche neue Entlassungen an. Auch sicher geglaubte Jobs stehen auf der Kippe.

Dem angekündigten weiteren Stellenabbau beim Sportwagenhersteller Porsche könnten nach Informationen des „Handelsblatts“ bis zu 4.000 zusätzliche Jobs zum Opfer fallen. Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge Mitarbeiter in den Bereichen Management und Verwaltung. Am Entwicklungsstandort Weissach sollen rund 30 Prozent der Kapazitäten auf den Prüfstand.

Ein Porsche-Sprecher wollte die konkrete Zahl der Stellen auf dpa-Anfrage nicht bestätigen, verwies aber auf ein umfassendes Zukunftspaket, das derzeit in Arbeit sei, um das Unternehmen zu verschlanken. Das Paket solle bis Ende Juli vorgestellt werden.

  • VW: Bis zu 100.000 Stellen auf der Kippe

Derzeit verhandeln Management und Arbeitnehmervertreter über ein weiteres Sparpaket. Porsche-Chef Michael Leiters hatte bereits im März einen umfassenden weiteren Stellenabbau angekündigt – zusätzlich zu einem ersten Paket. Denn bis 2029 sollen in der Region Stuttgart bereits rund 1.900 Stellen sozialverträglich wegfallen. Auch die Verträge von etwa 2.000 befristeten Angestellten sind ausgelaufen. Zudem hatte Porsche im Mai angekündigt, drei Tochterfirmen zu schließen – was weitere 500 Beschäftigte betrifft.

Porsche-Mutterkonzern VW streicht massiv stellen. (Quelle: IMAGO/Darius Simka/imago)

Porsche gehört zum VW-Konzern. Beim Wolfsburger Autobauer stehen bis zu 100.000 Stellen zur Disposition, ein Sechstel der weltweiten Belegschaft. Demnach stehen in den Deutschland vier Werke auf der Kippe: Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm.

Auch andere deutsche Autobauer wie Mercedes kündigten Entlassungen an. In Stuttgart hatten am Wochenende Mercedes-Beschäftigte demonstriert.

Bosch-Betriebsrat fordert Task-Force

Die deutschen Autobauer haben den Trend zur E-Mobilität verpasst. Auch, weil die Aufarbeitung des Diesel-Skandals zu viel Aufmerksamkeit erforderte. Unternehmen aus China setzen Ton und Tempo bei den Entwicklungen. VW gab deshalb zuletzt sein Konzept vom in Wolfsburg entwickelten Welt-Auto auf und eröffnete ein Entwicklungszentrum in China.

Die Krise der deutschen Autobauer erfasst auch Zulieferer. Angesichts der sich zuspitzenden Krise in der deutschen Autoindustrie fordert der Betriebsrat des Autozulieferers Bosch einen runden Tisch von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Politik. „Wir können nicht so weitermachen wie bisher“, sagte Frank Sell, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Bosch Mobility, dem „Spiegel“.

Nötig sei eine Taskforce mit Vertretern der Arbeitgeber aus Automobil- und Zulieferindustrie, der Arbeitnehmer, Gewerkschaft und der Politik, „die erst auseinandergeht, wenn sie Lösungen erarbeitet hat, die die Zukunft der Branche in Deutschland sichern“.

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