VW wird Betrugsopfer

Mancher VW ist vielleicht nicht der, den der Kunde bestellte – Ausstattung und Leistung könnten anders sein als vereinbart. Der Grund: Betrüger haben das VW-Händlerportal gehackt.

Peinlicher Betrugsfall bei VW: Hacker drangen in ein wichtiges Portal des Konzerns ein. Infolge dessen verließ möglicherweise mancher Neuwagen die Werkshallen des Autobauers anders als vorgesehen.

“Leider mussten wir im Rahmen von Sicherheitsüberprüfungen feststellen, dass berechtigte Nutzer des Händlerportals unter Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen ihre Zugangsdaten – teilweise entgeltlich – Dritten zur Verfügung gestellt haben, die dadurch unberechtigten Zugriff auf im Händlerportal angebotene Applikationen bekommen haben”, schrieb der Konzern demnach seinen Händlern.

Aufpreispflichtige Extras freigeschaltet

Das bedeutet: Offenbar haben Betrüger die Bestellung von Neuwagen manipuliert. Dazu haben sie sich die Zugangsdaten von Autohäusern zum Händlerportal des Konzerns verschafft und darin eifrig Extras angeklickt. So seien etwa die Sprachsteuerung oder eine höhere Motorleistung freigeschaltet worden – ohne die Aufpreise, die VW dafür in Rechnung stellt. Das berichtet die “Automobilwoche”.

Häufig sind diese Ausstattungen bereits im Auto verbaut, aber nicht aktiviert. Das ist billiger für die Hersteller. Wer das Angebot nutzen will, muss für dessen Aktivierung aber bezahlen.

Betroffen seien auch die Konzernmarken Audi, Seat und Skoda. Das Ausmaß des Betrugs sei noch nicht absehbar. Die entsprechenden Konten habe man gesperrt, die Lücke im Händlerportal geschlossen. Außerdem werde das Portal – wie ohnehin geplant – geschlossen und durch ein neues System ersetzt.

Allerdings: Um die Funktionen zu nutzen, sei ein Zugriff auf die Datenschnittstellen der betroffenen Autos nötig, so wie er etwa in der Händlerwerkstatt erfolgt.

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